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Weg vom Öl

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Präsident Trump betreibt mit dem Rohstoff Öl wieder Geopolitik. Ein weiterer Anlass für Deutschland, die Hinwendung zu erneuerbaren Energien voranzutreiben.

Öl-Analysten hatten schon vor geraumer Zeit die Rückkehr der Geopolitik beim Geschäft mit Rohöl vorhergesagt. Dabei war das doch ein typisches Phänomen der 1970er Jahre. Das schien alles überwunden, als die USA immer weniger abhängig von Öl-Lieferungen von der arabischen Halbinsel wurden, weil sie selbst fördern – allerdings mit der höchst umstrittenen Fracking-Methode, die massive Belastungen für die Umwelt bringt.

Die Denkweise von US-Präsident Donald Trump funktioniert aber offenbar weitgehend in den Schemata der 70er Jahre. Er macht mittels Öl Geopolitik. Dass das aber nicht so einfach ist, zeigt sich jetzt. Erst die Wirtschaftssanktionen gegen den Iran. Doch allein schon deren Ankündigung hat die Ölpreise in die Höhe getrieben und damit auch die Kosten der US-Bürger für Benzin. Also runter mit den Preisen. Schließlich stehen Wahlen an.

Deshalb gewährt die US-Regierung nun mehreren Kunden des Iran, dass sie weiter ihr Erdöl in dem Land einkaufen können. Das soll die niedrigen Notierungen für den enorm wichtigen Rohstoff stabilisieren. Wer weiß, was Trump als nächstes einfällt?

Die deutschen Autofahrer und die Besitzer von Ölheizungen bekommen jedenfalls das Hin und Her der US-Politik unmittelbar zu spüren. Das hat auch etwas Gutes. Zeigt es doch, wie stark wir nach wie vor vom Öl abhängig sind. Da liegt es nahe, sich nach Alternativen umzuschauen: Elektromobilität, Wärmepumpen, Solaranlagen mit Batteriespeichern. Einiges davon ist noch teurer als Lösungen mit fossiler Energie. Doch das kann sich ändern. Die Politik muss die Rahmenbedingungen für die Förderung der modernen Energie zügig verbessern.

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