Grund zum Lächeln haben bei Amazon vor allem die Aktionäre.
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Grund zum Lächeln haben bei Amazon vor allem die Aktionäre.

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Warum Verdi gegen Amazons Praktiken weiterkämpfen muss

  • Frank-Thomas Wenzel
    vonFrank-Thomas Wenzel
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Bei Amazon wird seit sieben Jahren immer wieder gestreikt. Das liegt an der Strategie des Konzerns, die auf keinen Fall Schule machen sollte. Der Kommentar.

Die Amazon-Arbeiter streiken. Seit sieben Jahren immer wieder. Das passiert, wenn der Arbeitgeber nicht hinreichend unter Druck gesetzt werden kann. Bei Amazon ist der Organisationsgrad in der Gewerkschaft Verdi relativ gering. Das Unternehmen kann deshalb – und wegen intelligenter Logistik – die Lieferung der Waren einigermaßen gewährleisten. Zum anderen siedelt der Konzern große Lagerhallen gern in strukturschwachen Regionen an.

Insbesondere für Menschen mit geringer Qualifikation gibt es dort oft nur wenig Job-Alternativen. Deshalb akzeptieren sie Jobs unterhalb der Tariflöhne, die ihnen eigentlich zustehen. Die Amazon-Strategen zahlen gerade das, was notwendig ist, um ausreichend Beschäftigte zu bekommen.

Genau das schätzen die Aktionäre. Und genau wegen dieser Konstellation hält Verdi dagegen. Das Unternehmen darf kein Vorbild werden. Das wäre vor allem im Einzelhandel, wo Gewerkschafter häufig einen schweren Stand haben, ein Dammbruch. Lohndrückerei allenthalben könnte drohen. Verdi muss weiterkämpfen. 

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