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Armuts-Studie

Vorsichtige Interpretation

  • Markus Sievers
    VonMarkus Sievers
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Die Ergebnisse der Studie dürfte viele Menschen befremden, die ihre Realität anders erleben. Bei der Interpretation der Studie ist Vorsicht geboten. Ein Kommentar.

Die Ergebnisse der Studie dürfte viele Menschen befremden, die ihre Realität anders erleben. Bei der Interpretation der Studie ist Vorsicht geboten. Ein Kommentar.

Nirgends in Deutschland sind so viele Menschen arm wie im reichen Köln. In Ostberlin, ausgerechnet in Ostberlin ist die soziale Not geringer als in München. Die Erkenntnisse des Instituts der deutschen Wirtschaft überraschen nicht nur. Sie dürften viele Menschen befremden, die ihre Realität anders erleben. Dabei haben die Forscher einen durchaus naheliegenden Ansatz gewählt. Sie berücksichtigen die Unterschiede bei Mieten und anderen Preisen. Mit 1000 Euro im Monat kommt ein Alleinstehender in Lichtenberg oder Berlin-Marzahn – derzeit noch – einigermaßen über die Runden, genau wie in Ostfriesland oder der Lausitz. In München verschlingt allein die Wohnung so viel, dass es eng wird.

Dennoch ist bei der Interpretation der Studie Vorsicht geboten. Köln ist und bleibt wohlhabend. In Ostberlin sind die Menschen nicht reicher als in Schwabing oder Hamburg-Blankenese – ganz im Gegenteil. Wohl aber sind die Unterschiede größer in den reichen Metropolen. In Köln, Hamburg und Frankfurt leben Einkommensmillionäre nicht weit entfernt von Arbeitslosen und Alleinerziehenden mit wenig bis gar nichts. Soziale Gegensätze kennen Dresdner wie Ostberliner. Doch die Kluft in den reichen Metropolen im Westen ist besonders krass. Dadurch freilich geht es den vielen Ostdeutschen mit geringem Einkommen keinen Deut besser.

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