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Bankchef John Cryan zeichnet ein marodes Bild seines Instituts.
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Bankchef John Cryan zeichnet ein marodes Bild seines Instituts.

Deutsche Bank

Viele Strategien, keiner setzt sie um

  • Nina Luttmer
    VonNina Luttmer
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Die Deutsche Bank muss nach dem drastischen Jobabbau mittelfristig auch sichtbare Erfolge in der Bankbilanz vorweisen. Die Sanierungspläne des neuen Chefs John Cryan seriös zu beurteilen, ist kaum möglich - zu oft haperte es in der Vergangenheit an der Umsetzung neuer Strategien. Ein Kommentar.

Die Deutsche Bank wird immer noch gerne als „Branchenprimus“ bezeichnet. Eine irreführende Bezeichnung. Die Bank mag nach Bilanzsumme Deutschlands größtes Geldhaus sein – aber die „Klassenbeste“ ist sie schon lange nicht mehr. Die unzähligen Skandale haben ihren Ruf ramponiert. Darüber hinaus schockierte Bankchef John Cryan am Donnerstag aber auch damit, dass er ein ziemlich marodes Bild seines Instituts zeichnete. Überaltete IT-Systeme, unübersichtliche Personalstrukturen, unzureichende Kontrollmechanismen, zu hohe Risiken, inakzeptabel hohe Kosten – viel Gutes hatte Cryan nicht über seine Bank zu sagen.

Man könnte einwenden, dass er selbst doch schon seit 2013 im Aufsichtsrat der Bank saß und hätte gegensteuern können. Das sei ihm aber an dieser Stelle nachgesehen – ein, zwei Jahre kann es schon mal dauern, um die Bank zu durchschauen. Seinen markigen Worten und seinem harten Durchgreifen – immerhin werden netto 9000 Mitarbeiter freigestellt – werden aber mittelfristig sichtbare Erfolge in der Bankbilanz folgen müssen.

Cryan selbst sagte am Donnerstag, die Bank habe kein Strategieproblem – neue Strategien gab es genug in den vergangenen Jahren –, aber ein Umsetzungsproblem. Stimmt. Von daher ist es auch kaum möglich, die jetzigen Pläne seriös zu beurteilen. Verglichen mit den früheren Strategien sind es nur wieder neue Zahlen und Anpassungen, die als Ziele ausgegeben werden. Neu ist der drastische Jobabbau. Und die Offenheit, mit der Cryan die Defizite benennt. Er hat keine Vergangenheit in der Bank und sich ein neues Vorstandsteam aufgebaut. Das macht Hoffnung, dass er die Probleme konsequent angeht – und das Institut irgendwann den Titel „Branchenprimus“ wieder verdienen wird.

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