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Reisen auf der Schiene ist gerade so populär wie nie - trotz aller Widrigkeiten.

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Viel Erfolg, wenig Geld

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Die Deutsche Bahn kann sich vor Reisenden kaum retten - aber ihre Probleme hat sie damit noch lange nicht gelöst.

Die Bahn ist am Limit. Zumindest finanziell. Zwar ist das Reisen auf der Schiene trotz Dauerbaustellen, Verspätungen und Zugausfällen so populär wie nie. Doch die Bahn kämpft mit einer gewaltigen Finanzierungslücke: Mehr als zwei Milliarden Euro fehlen allein in diesem Jahr, weitere Milliarden ab 2020. Hinzu kommt, dass die Verschuldung nicht mehr ohne weiteres in die Höhe getrieben werden kann.

Der Vorstand um Konzernboss Richard Lutz setzt auf den Verkauf der in London ansässigen, profitablen Tochter Arriva. Ein schwieriger Deal in Zeiten des Brexit. Knapp zwei Milliarden Euro, glaubt man im Bahn-Tower, lassen sich so erlösen, um womöglich die diesjährige Finanzlücke noch schließen zu können. Es ist das Prinzip Hoffnung. Einen Plan B scheint es nicht zu geben.

Die Bahn hat mit diversen Problemen zu kämpfen. Da geht es nicht nur um die Finanzen, sondern auch um den Fachkräftemangel bei Lokführern und in Zugwerkstätten. Mag man nun auch versuchen, mit Rekord-Investitionen die Basis für eine Trendwende bei Qualität, Pünktlichkeit und Service zu legen – es ist völlig offen, ob sie mittelfristig gelingt und einhergeht mit einer überzeugenden Digitalisierungsoffensive. Die Bahn bleibt ein Unternehmen, das sich neu erfinden muss. 

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