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Robert Habeck erhält die Quittung für Versäumnisse

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Von: Sven Christian Schulz

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Laut Wirtschaftsminister Habeck sind die betroffenen Unternehmen dabei, sich das Gas über andere Quellen zu beschaffen.
Wirtschaftsminister Robert Habeck schlägt zähneknirschend vor, was ein grüner Minister eigentlich niemals vorschlagen würde: Mehr Kohle soll zu Strom verfeuert werden. © Michael Kappeler/dpa

In der Not bleibt kein Platz für Klimaschutz. Jedenfalls nicht, wenn die Energiewende über Jahrzehnte verschlafen wurde. Der Kommentar.

Zu 56 Prozent sind die deutschen Gasspeicher derzeit gefüllt – das reicht für vier bis sechs eisige Wochen im Winter. Dann drohen erste Engpässe. Eigentlich hatte die Bundesregierung vor, die Gasdepots bis Oktober auf 80 Prozent und bis November auf 90 Prozent zu füllen. Doch dass dafür genug russisches Gas nach Deutschland fließt, ist angesichts gedrosselter Liefermengen des russischen Gazprom-Konzerns mehr als fraglich. Frankreich wurde der Gashahn schon komplett zugedreht und Italien, Tschechien und Österreich erhalten nur noch geringe Mengen.

Robert Habeck will mehr Kohle verfeuern

Wirtschaftsminister Robert Habeck ruft daher zum Gassparen auf und schlägt zähneknirschend vor, was ein grüner Minister eigentlich niemals vorschlagen würde: Mehr Kohle soll zu Strom verfeuert werden, um kein Gas zur Stromproduktion einsetzen zu müssen. Damit verrät Habeck die Ziele der Grünen, denen der Ausstieg aus der Kohleförderung und der CO2-intensiven Verstromung gar nicht schnell genug gehen kann.

Doch in der Not bleibt kein Platz für Klimaschutz. Jedenfalls nicht, wenn die Energiewende über Jahrzehnte verschlafen wurde. Habecks verzweifelter Griff zur Kohle ist Deutschlands Quittung für die immer wieder hinausgezögerte Energiewende. (Sven Christian Schulz)

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