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Gewalt gegen Christen steht in der Debatte im Vordergrund.

Politisch motivierte Gewalt

Vernebelter Menschenhass

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Gelöst werden muss die Aufgabe, wie der wachsende religionsfeindliche Rassismus gestoppt werden kann. Ein Kommentar.

Die Initiative von Noch-Innenminister Thomas de Maizière, christenfeindliche Delikte 2017 erstmals eigens zu erfassen, hat vor allem eins zu Tage gebracht: Muslime und Juden sind hierzulande viel mehr als Christen gefährdet, Opfer religionsfeindlicher Ressentiments zu werden.

100 christenfeindliche Straftaten wurden 2017 gezählt – das ist nicht wenig. Allerdings waren es im gleichen Zeitraum 1500 antisemitische und 1000 antimuslimische. Rund sieben Mal pro Tag werden in Deutschland Muslime oder Juden angegriffen, bedroht, durch Hetze eingeschüchtert, massiv beleidigt. Da ist es kein Wunder, dass Juden aus Angst in der Öffentlichkeit keine Kippa mehr tragen und Muslime bestimmte Orte oder Bundesländer meiden. Antisemitischer und antimuslimischer Menschenhass sind vielerorts Normalität geworden, und weite Teile der Öffentlichkeit sind dabei, abzustumpfen und sich damit abzufinden. Christen sind nicht annähernd solchen Gefahren ausgesetzt.

De Maizières Initiative haftete von Anfang an der Ruch an, das vernebeln und sogar spalten zu wollen. Der Versuch ist zum Glück gescheitert. Ungelöst bleibt aber die Aufgabe, dem gefährlich wachsenden religionsfeindlichen Rassismus Einhalt zu gebieten – egal, gegen wen er sich richtet.

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