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Leo Fischer, Chefredakteur des Satiremagazins "Titanic", greift die Wulff- und Mohammed-Diskussion auf.

Kommentar

Verhöhnenswürdige Lichtgestalten

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Hohn und Spott gehören zum Politiker-Alltag einfach dazu

In Politik und Medien mehrt sich die Kritik an Satireschaffenden, die die innere Sicherheit gefährden, indem sie sich über durchgeknallte Fanatiker lustig machen. Die Bundeskanzlerin ist außer sich: Gerade sie habe die Spötterbranche bisher mit Gag-Grundstoffen unterstützt.

So sei von ihr mit Christian Wulff der pointenpotenteste Präsident seit Heinrich Lübke installiert worden, mitsamt einer Gattin, über die man noch heute 1A-Witze reißen könne. Hans-Peter Friedrich zum „Innenminister“ zu machen, hält Merkel ebenfalls für „eine erstklassige Spaßvorlage“, zumal man bei ihm „relativ zuversichtlich“ sein könne, dass er keine einzige Botschaft anzünden werde.

Auch FDP-Chef Rösler ist enttäuscht über die mangelnde staatsbürgerliche Reife einiger Witzemacher. Seine Partei achte wie keine andere darauf, dass neben Apothekern und Hoteliers auch Karikaturisten und Glossisten ihr Auskommen hätten. Ähnlich äußern sich Kurt Beck („Dafür, dass ich 250 Millionen in den Sand gesetzt habe, könnte man mich ruhig noch mehr beleidigen.“) und Thomas Gottschalk („Ich bin eine verhöhnenswürdigere Lichtgestalt als Mohammed.“)

Klaus Wowereit betont, dass sein Großflughafen schon lange fertiggestellt und nur deshalb noch nicht eröffnet sei, um Hohn und Häme vom Islam abzulenken. Da dies den Satirikern offenbar nicht reiche, wolle er nun das nächste Berliner S-Bahn-Chaos vorziehen lassen.

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