Kommentar

Job verfehlt

  • Markus Decker
    vonMarkus Decker
    schließen

US-Botschafter Richard Grenell ist mehr Politiker als Diplomat, was viele ärgert. Ein Kommentar.

Richard Grenell hat auf Berichte, wonach er seinen Posten als US-Botschafter in Berlin bald räumen werde, nicht etwa mit einem Dementi, sondern mit einer Drohung reagiert, die er bei Twitter veröffentlichte. „Sie machen einen großen Fehler, wenn Sie glauben, der Druck Amerikas hört auf.“ Dies belegt erneut, dass der 53-Jährige seinen Job gründlich missverstanden hat.

Grenell zeigte von Anfang an, wie man es nicht machen sollte. Er vertrat den Standpunkt Donald Trumps offensiv. Die Reaktionen waren entsprechend. Gesprächspartner machten die Schotten weitgehend dicht. Das Vertrauen, das erst hätten wachsen müssen, wuchs nie. Damit entfiel die Grundlage für alles. Ein Botschafter, der mit niemandem sprechen kann, der kann nicht arbeiten. Mittlerweile signalisieren Grüne und Linke, dass sie sich einen Emissär wünschen, der kein Politiker, sondern ein Botschafter ist.

Der Wunsch nach einem dialogfähigen Nachfolger dürfte sich in der Ära Trump kaum mehr erfüllen. Damit sich das transatlantische Verhältnis normalisieren kann, muss der Präsident im November abgelöst werden.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare