Geldboten

Verdis Balanceakt

  • schließen

Die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi kann für die Geldboten selbstbewusste Forderungen stellen. Das ist richtig so.

Stell dir vor, die Geschäfte haben geöffnet und es gibt kein Bargeld. Diese Horrorvision von Intensiv-Shoppern könnte bald Wirklichkeit werden. Denn in der Geld- und Wertbranche tobt ein Tarifkonflikt mit einem ersten Warnstreik. Kommen sich die beiden Seiten nicht näher, dann könnten es Kunden demnächst schwer haben, ihr Bares loszuwerden. Denn der Einzelhandel hat sich – aus Sicherheits- und Kostengründen – darauf eingestellt, nur noch so wenig Geld wie möglich in den Geschäften zu haben. Deshalb sind sie auf das Abtransportieren der Tageseinnahmen angewiesen. 

Die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi weiß darum. Deshalb kann sie selbstbewusste Forderungen stellen. Das ist richtig so. Die Arbeit in der Geld- und Wertbranche ist hart, vor allem wegen der psychischen Belastung. Sie müssen im Zweifel zur Waffe greifen. Dennoch ist dort ein Niedriglohnsektor entstanden. Deshalb ist es richtig, kräftige Zuschläge zu fordern. Verdi weiß aber auch, dass man es mit den Streiks nicht überziehen darf. Frust und Ärger der Verbraucher könnten auf sie zurückfallen. 

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare