Verantwortungslos

Zu: "Er hat sein Leben beendet", FR-Wirtschaft vom 7. Januar

Diesen Nachruf halte ich für völlig daneben. Der Unternehmer Adolf Merckle hat Firmenvermögen verzockt, nicht sein eigenes, und damit Arbeitsplätze aufs Spiel gesetzt. Hier von "Verführung" zu reden, ist eine Verharmlosung sondergleichen. Ich empfinde keinerlei Schadenfreude, wäre allerdings alles andere als erfreut gewesen, wenn unser Ministerpräsident Oettinger Steuergelder für Merckle verschleudert hätte; es hat rein gar nichts mit Schadenfreude zu tun, wenn man seine Steuern, die man als dummer Arbeitnehmer nicht zu hinterziehen die Möglichkeit hat, nicht dafür verwendet sehen möchte, dass einem verantwortungslosen Unternehmer unter die Arme gegriffen wird. Noch dazu, wo hier seit Jahren sowieso alles den Bach runtergeht, wie Infrastruktur, Schulen, Bäder, öffentlicher Nahverkehr und so weiter. Dieser Auffassung bin ich übrigens auch hinsichtlich des Schutzschirms für die Dinosaurier-Autoindustrie.

Bea Siek, Heidelberg

Mein Mitgefühl gilt jenen Personen, welche Herrn Merckles Überreste auffinden mussten, sie bergen, aus Radkästen kratzen, dokumentieren, identifizieren und zur Beisetzung vorbereiten mussten. Jede einzelne dieser Tätigkeiten war mit Sicherheit schlimmer als alles, was dieser Mann beim Schrumpfen seines zusammenspekulierten Milliardenvermögens hat erleben müssen.

Frank Neumann, Offenbach

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