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Der Machtkampf in Venezuela war eskaliert, nachdem der selbsternannte Übergangspräsident Guaidó mithilfe abtrünniger Soldaten den seit Jahren inhaftierten Oppositionsführer Leopoldo López befreit hatte. In der Hauptstadt Caracas kam es zu gewalttätigen Auseinandersetzungen.

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Eskalation in Venezuela: Was Deutschland jetzt tun sollte

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Machthaber Maduro gegen Oppositionsführer Guaidó: Der Weg der USA und Russlands im Venezuela-Konflikt ist falsch.  

Juan Guaidó hat seine jüngste Offensive zwar mit einer Niederlage begonnen. Den Machtkampf in Venezuela hat der von vielen westlichen Ländern als Interimsstaatschef anerkannte Parlamentspräsident deshalb noch lange nicht verloren. Diesen hat Opponent und Präsident Nicolás Maduro aber auch noch lange nicht gewonnen, nur weil er mit seinem TV-Auftritt punktete.

Die Eskalation verdeutlicht die Pattsituation der Lager. Die besteht im Grund seit dem 23. Januar, als Guaidó sich zum Interimspräsidenten erklärte. Seither ist es ihm nicht gelungen, Maduro aus dem Amt drängen. Die Folgen sind dramatisch für alle und die beste Nachricht ist, dass keine Seite den Machtkampf in einen bewaffneten Bürgerkrieg verwandelte.

Damit das so bleibt, sind beschwichtigende Töne wie die von Außenminister Heiko Maas nötig. Die Bundesregierung sollte sich allerdings nicht nur hinter Guaidó stellen, sondern mit anderen EU-Staaten wie Frankreich und einigen lateinamerikanische Ländern wie Bolivien einen Weg aus diesem Konflikt suchen. 

Das dürfte langfristig erfolgversprechender sein, als wie die USA oder Russland nur eine Seite zu unterstützen. Denn egal, wer den Machtkampf für sich entscheidet, benötigt die andere Seite, um das gespaltene Land zu befrieden und wieder aufzubauen.  

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