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Kinder und Hunde vor einem Raketenkrater beim kurdischen Duhok. Steine und Erdbrocken liegen um die Einschlagstelle herum.

Rache, Gegenschlag?

Kommentar zum USA-Iran-Konflikt: Die Mullahs handeln vorsichtig aggressiv

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Irans Schlag gegen die USA im Irak soll nach innen Kampfbereitschaft signalisieren. Nach außen wirkt er eher maßvoll. Der Widerspruch hat seinen Sinn. Der Kommentar.

Niemand kann sagen, ob die iranische Raketensalve auf die beiden Militärbasen im Irak bereits der Schlussstrich war unter Teherans Racheplan für seinen populären Top-General Ghassem Soleimani. Anders als bisher wurde der Angriff auf die US-Streitkräfte diesmal nicht von lokalen Büchsenspannern geführt, sondern direkt von iranischem Territorium aus, wie es Revolutionsführer Ali Khamenei gefordert hatte. Gleichzeitig scheint die militärische Vergeltung genau kalibriert, auch wenn die Hardliner der Revolutionären Garden weiter kräftig mit den Säbeln rasseln.

Nach innen sollen ihre aufpeitschenden Reden Kampfbereitschaft signalisieren und den tristen Alltag für einige Zeit vergessen machen. Nach außen dagegen will der Iran keinesfalls einen offenen Schlagabtausch mit den Vereinigten Staaten provozieren.

USA-Iran-Konflikt: Teheran will sich Optionen offenhalten

Entsprechend vorsichtig kalkuliert die iranische Führung ihre militärischen Schachzüge. Sie will sich die Option für Verhandlungen offenhalten – vor allem über eine Lockerung der erdrückenden Wirtschaftssanktionen. Gleichzeitig verliert Khamenei aber sein großes strategisches Ziel nicht aus den Augen. Er will die USA mürbe machen und möglichst bald aus dem Irak herausdrängen. Dann hätte Teheran in Bagdad freie Bahn.

Unterdessen kündigte US-Präsident Donald Trump neue Sanktionen gegen den Iran an. Er sendete aber auch überraschende Zeichen der Kooperationsbereitschaft.

Ob das am Morgen im Iran abgestürzte Flugzeug irgendwie mit dem Konflikt zusammenhängt, ist unklar. Aber es gibt zu viele Spekulationen. Lässt sich ein Krieg auf irakischem Boden noch verhindern? Der Schlag des Iran gegen US-Truppen fällt schwächer aus als befürchtet. Das weckt Hoffnung. Donald Trump fallen alte Tweets auf die Füße. Er hatte Barack Obama vorgeworfen, zur Wiederwahl einen Angriff auf den Iran starten zu wollen.

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