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Donald Trump - der US-Präsident versagt im Kampf gegen das Coronavirus

Coronavirus

Donald Trump und seine Nachahmer: Populisten versagen in der Krise

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Donald Trump, Boris Johnson, Jair Bolsonaro – in Zeiten von Corona offenbaren die angeblich so starken Männer ihre Schwächen.

  • Donald Trump und das Coronavirus
  • US-Präsident versagt mitten in der Krise
  • Wie das Coronavirus Populisten in die Knie zwingt

Donald Trump fühlt sich sichtlich unwohl. Diese Coronavirus-Krise ist nicht seine. Er muss auf seine Wahlkampfveranstaltungen verzichten, für die er quer durchs ganze Land gereist war und bei denen ihn immer eine johlende Menge überzeugter Anhängerinnen und Anhänger erwartet hatte. Die Pressebriefings, die er zunächst an seinen Vize Mike Pence delegiert und dann in einem Anfall von altgewohnter Eitelkeit wieder an sich gerissen hatte, können die Kundgebungen nicht ersetzen.

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Um zurück in die Komfort-Zone zu gelangen, inszeniert sich Trump nun als „Kriegspräsident“, der eine Schlacht schlägt, wie sie noch kein US-Präsident vor ihm geschlagen hat. Sicher ist die Situation, in die das Coronavirus die ganze Welt manövriert hat, einzigartig. Weltweite Pandemien gab es zwar schon in der Vergangenheit - die letzte dieser Art, die Spanische Grippe, ist gerade einmal 100 Jahre her.

Das Coronavirus – Krisenmanager gefordert

Doch zu keinem Zeitpunkt war die Welt so vernetzt, der internationale Austausch von Waren und Personen so intensiv und der Wissensstand so hoch. Das birgt zusätzliche Gefahren genauso wie es Chancen ermöglicht, die Zahl der Todesopfer diesmal geringer zu halten.

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Dafür werden fähige Krisenmanager benötigt. Doch angesichts dieser Herausforderungen sind es gerade die zuletzt in Wahlen so erfolgreichen Populisten, die überall auf der Welt nun versagen.

Donald Trump und der Umgang mit dem Coronavirus

Allen voran ihr Archetyp Donald Trump. Der spielte die Gefahr des Coronavirus erst herunter, sprach davon, dass es einfach wieder verschwinden werde. Dann prahlte er mit seinem angeblichen Fachwissen, das selbst die echten Experten ehrfürchtig staunen lasse. Er behauptete, die Ausgangsbeschränkungen könnten sich zu Ostern erledigt haben und schließlich wünschte Trump sich allen Ernstes und öffentlich „volle Kirchen im ganzen Land“ zum christlichen Hochamt – eine Aussage, die von CBS-Moderatorin Lesley Stahl als „die unverantwortlichste Aussage, die je von einem US-Präsidenten gemacht“ worden sei, bezeichnet wurde.

Statt den Zusammenhalt zu beschwören, attackiert Trump lieber den politischen Widersacher und droht Gouverneuren damit, nationale Hilfsmittel zu streichen, sollten sie schlecht über die Regierung in Washington reden. Statt an die Solidarität der Bürgerinnen und Bürger zu appellieren, prahlt Trump lieber mit den hohen Quoten, die seine Pressekonferenzen zum Kampf gegen das Coronavirus erzielen.Jetzt stachelt er auch noch seine Anhänger zum Kampf gegen die Schutzmaßnahmen auf. 

Was Donald Trump mit Boris Johnon und Jair Bolsonaro verbindet

Trumps geistige Brüder blamieren sich auf ganz ähnliche Weise. Boris Johnson verharmloste die Sache zu Beginn und wird dafür heftig kritisiert. Brasiliens Präsident Jair Bolsonaro prahlte damit, dass ein so kleines Virus einem so großen Land wie Brasilien ohnehin nichts anhaben könne und dass die Brasilianer schon wüssten, was zu tun sei. Weißrusslands Präsident Alexander Lukaschenko sieht bis heute überhaupt keinen Grund, Sportveranstaltungen abzusagen, und empfiehlt seinen Landsleuten Saunagänge und Wodka-Konsum, um eine Ansteckung zu verhindern.

Es gibt einen Grund, warum Populisten wie Trump, Johnson und Bolsonaro im Kampf gegen das Coronavirus derart versagen: Dem Problem ist nicht beizukommen mit martialischer Sprache. Es gibt keinen Gegner, durch dessen Erniedrigung man sich selbst erhöhen könnte. Whataboutism ist im Angesicht einer schweren Krise globalen Ausmaßes absurd. Reflexartiger Rassismus, eine Keule, die Trump in Bezug auf das Coronavirus bereits gegen China geschwungen hatte, erübrigt sich, nachdem Europa und die USA zu Hotspots der Pandemie geworden sind und das Coronavirus nun also vor allem für weiße alte Männer lebensgefährlich ist. Und Barack Obama oder Hillary Clinton lässt sich die Situation auch nicht in die Schuhe schieben. Donald Trump hat es trotzdem versucht.

Donald Trump distanziert sich in der Coronavirus-Krise von Experten

Um die Krise, ausgelöst durch das Coronavirus, zu überwinden, benötigt es Fachleute, Experten, Wissenschaftler – also genau jene Gruppe, die zum natürlichen Feind des Populisten gehören, der den kleinbürgerlichen Hass auf die Intelligenzia bedient und sich von deren Vertreterinnen und Vertretern nicht die Show stehlen lassen will. Es gehört zum Wesensmerkmal des Populisten, sich als beratungsresistenter, starker Mann des Volkes zu inszenieren, der keine Eierköpfe braucht, um Entscheidungen zu treffen.

Auch hier ist Trump das Paradebeispiel. Der US-Präsident hat in den vergangenen vier Jahren keine Gelegenheit ausgelassen, sich von Experten jeglicher Couleur zu distanzieren. Keiner seiner Vorgänger hatte einen derart hohen personellen Verschleiß. Laut eines Berichts von MSNBC stellte ein Team von Experten Trump bereits vor seiner Amtseinführung ein Szenario vor, in dem der Ausbruch einer weltweiten Pandemie angenommen wurde. Die Untersuchung prognostizierte Engpässe in Krankenhäusern, Reisebeschränkungen und viele weitere Aspekte, die wir heute erleben. Zwei Drittel der Experten, die an der Entwicklung des Szenarios beteiligt waren, sind nicht mehr Teil der Administration im Weißen Haus.

Anthony Fauci – die letzte Hoffnung im Kampf gegen das Coronavirus

Übrig geblieben sind auf oberster Ebene ein Haufen loyaler wie inkompetenter Gefolgsleute. Und natürlich Trumps Familie, deren kluge Mitglieder wie Ivanka Trump und Jared Kushner in der Corona-Krise auf Tauchstation gehen, und deren weniger kluge Mitglieder wie Donald Jr. einfach weiter im Angriffs- und Beleidigungsmodus agieren.

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Eine der wenigen Ausnahmen bildet Anthony Fauci, Virologe und Berater der Trump-Regierung bei der Bekämpfung des Coronavirus. In fast jedem seiner öffentlichen Auftritte widerspricht Fauci den Aussagen Trumps, doch er vermeidet penibel jede direkte Kritik an dem Unsinn, den sein Chef in die Welt posaunt. Dafür wird Fauci selbst von den schärfsten Kritikern Trumps gelobt, wohl weil jeder Angst davor hat, Trump könne sonst auch ihn rausschmeißen. Und dann bliebe nur der unfähige Populist übrig.

Von Daniel Dillmann

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