+
Mit Blick nach Brüssel: Ursula von der Leyen.

Kommentar

Erstklassige Kandidatin

  • schließen

Angela Merkels Vertraute Ursula von der Leyen soll die EU-Kommission führen. Ein Sieg für die Kanzlerin? Der Kommentar.

Angela Merkel, maulten Missgünstige, sei in der EU isoliert. Deswegen könne sie auch beim Ringen um die Brüsseler Posten nichts durchsetzen. Dabei hat die Kanzlerin nun einen Riesenerfolg errungen. Ihre Vertraute Ursula von der Leyen soll die EU-Kommission führen. Zum ersten Mal seit den 50er Jahren käme damit Deutschland in Brüssel zum Zug.

Die EU muss transparenter werden

Manche grübeln jetzt: Wie viel von der jetzt gefundenen Lösung, der das EU-Parlament noch zustimmen muss, wurde in Echtzeit entwickelt? Wie viel wurde von Merkel und Emmanuel Macron vorab vorausempfunden? Man wird es vermutlich nie erfahren. Von der Leyen als EU-Kommissionspräsidentin und Christine Lagarde als EZB-Präsidentin sind jedenfalls erstklassige Nominierungen. Beide genießen weltweit Anerkennung. Dass in der EU Frauen Verantwortung übernehmen, sendet eine bemerkenswerte Botschaft um den Globus – der derzeit an zu vielen Stellen vom „starken Mann“ dominiert wird.

Es hilft den neuen Chefinnen aber nicht, dass sie in letzter Minute aus dem Hut gezaubert wurden. Die EU muss künftig zu transparenten Verfahrensweisen finden. Ein wie auch immer definiertes Spitzenkandidatenmodell könnte helfen. Bislang ist es nicht geltendes europäisches Recht – die Europäer müssen sich hier dringend zusammenraufen.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare