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Die Befürchtung der Kritiker lautet, dass Werke von Kreativen, die keine Organisation wie etwa einen Verlag hinter sich haben, künftig von den Plattformen eher ausgeschlossen statt anständig bezahlt werden.

Urteil zum Urheberrecht

Schlechter Tag für Kreative

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Die EU hat das Urheberrecht geregelt: guter Versuch, schwaches Ergebnis. Ein Kommentar.

Auf den ersten Blick sieht es aus wie eine gute Nachricht: Das Europäische Parlament hat beschlossen, dass Internetplattformen die „Werke“ von Künstlern und anderen Kreativen nicht einfach weiterverbreiten dürfen, ohne dafür zu bezahlen. Auf den zweiten Blick ist die Nachricht gar nicht so gut: Die neue Richtlinie zum Urheberrecht hat zu viele Nachteile, als dass man sich darüber einfach freuen könnte.

Dieser Befund mag überraschen, wenn er in einer Zeitung steht. Der Autor wird schließlich vom Verlag bezahlt, er hat dem Unternehmen Nutzungsrechte an seinen Texten verkauft. Und der Verlag ist darauf angewiesen, das Geld anderswo wieder hereinzuholen.

Das ist bekanntlich schwieriger geworden, seit es digitale Plattformen gibt, auf denen Texte oder Musikstücke geteilt und dann – sehr oft kostenlos – gelesen oder gehört werden können. Deshalb ist es richtig, die Plattformen an den Kosten für die Urheberrechte zu beteiligen.

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Aber so, wie die EU die Sache regelt, stellt sie die Balance zwischen den Interessen der Urheber und der Notwendigkeit einer möglichst freien Verbreitung kreativer Werke wohl nicht her.

Die Befürchtung der Kritiker lautet, dass vor allem die Werke von Kreativen, die keine Organisation wie etwa einen Verlag hinter sich haben, künftig von den Plattformen eher ausgeschlossen statt anständig bezahlt werden. Das haben die Befürworter nicht widerlegen können. Und die Verarmung des öffentlichen Austauschs wird am Ende alle treffen – auch diejenigen, die jetzt von der Richtlinie zu profitieren hoffen.

In Deutschland versprechen Politiker, bei der Umsetzung der Richtlinie die Probleme ausräumen zu wollen. Aber was ist das für eine Europapolitik, die in Brüssel fragwürdige Gesetze aushandelt, um sie dann irgendwie national zu korrigieren?

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