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Unwürdiges Spektakel

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Von: Dominik Straub

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Das italienische Parlament applaudiert dem alten und neuen Präsidenten Sergio Mattarella.
Das italienische Parlament applaudiert dem alten und neuen Präsidenten Sergio Mattarella. © rtr

Piero Grasso gibt der Hoffnung Ausdruck, das Parlament möge sich bei Sergio Mattarella für das unwürdige Spektakel der vergangenen Tage entschuldigen. Es wäre das Mindeste. Der Kommentar.

Alles noch einmal gut gegangen in Italien, könnte man sagen. Mit Sergio Mattarella hat der beste Staatspräsident der vergangenen Jahrzehnte in eine zweite Amtszeit eingewilligt. Und der beste Ministerpräsident der vergangenen Jahrzehnte, Mario Draghi, bleibt auf seinem Posten. Außerdem ist die drohende Regierungskrise erst einmal abgewendet.

Dennoch ist es ein Armutszeugnis, dass das Parlament nicht fähig war, sich auf eine Alternative zu einigen. Geeignet wären gewesen Draghi, aber auch Justizministerin Marta Cartabia oder die Spitzendiplomatin Elisabetta Belloni. Es scheint, dass einige Platzhirsche unter den Parlamentariern die Lösung mit Mattarella in erster Linie erzwangen, um nicht erstmals eine Frau an die Staatsspitze wählen zu müssen.

Nun muss also der 80-jährige Mattarella nochmals ran. Der frühere Senatspräsident und Anti-Mafia-Staatsanwalt Piero Grasso gab gestern der Hoffnung Ausdruck, das Parlament möge sich bei Mattarella für das unwürdige Spektakel der vergangenen Tage entschuldigen. Es wäre das Mindeste.

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