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Moderna, Biontech und die Impfstoff-Entwicklung: Geht’s noch unverschämter?

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Von: Johannes Dieterich

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Für eine Freigabe der Impfstoffpatente demonstrierten auch schon Mitglieder von attac vor der Biontech-Zentrale in Mainz. (Archiv)
Für eine Freigabe der Impfstoffpatente demonstrierten auch schon Mitglieder von attac vor der Biontech-Zentrale in Mainz. (Archiv) © Boris Roessler/dpa

Covid-Vakzin-Hersteller füllen sich die Taschen mit Geld, die Menschen in den ärmeren Staaten haben das Nachsehen. Der Kommentar.

Geht es noch unverschämter? Covid-Vakzin-Hersteller bedienen den reichen Markt der Industrienationen, um sich auf gigantische Weise die Taschen zu füllen, während Menschen in armen Staaten in die Röhre schauen. Sämtlichen Versuchen, diesen Skandal zu beenden, stellen sich die Vakzinhersteller entgegen: Sie geben ihre Patente nicht her, weil sie sonst nicht genug Geld zum Forschen mehr hätten, heißt es.

Unter Verwendung öffentlich zugänglicher Informationen gelingt es den Südafrikanern, von der Weltgesundheitsorganisation unterstützt, in kürzester Zeit einen eigenen Corona-Impfstoff zu entwickeln. Würde sich Moderna kooperativ zeigen, dessen Serum als Ausgangspunkt dient, könnte dieser binnen Monaten eingesetzt werden. Doch das tut Moderna nicht – weshalb der Corona-Impfstoff bis zur Zulassung vermutlich Jahre braucht.

Corona-Impfstoffe: Erforschung eines afrikanischen Impfstoffes wird hintertrieben

Derweil versuchte Biontech, bei der Regierung in Pretoria indirekt sogar einen Entwicklungsstopp des Impfstoffs durchzusetzen. Dieser sei illegal, weil die Herstellung gegen das Patentrecht verstoße – was schlicht verlogen ist. Dem Mainzer Unternehmen reicht es nicht einmal, dass Afrikanern Vakzine weitgehend vorenthalten bleiben. Es sucht selbst die Erforschung eines afrikanischen Impfstoffs mit unlauteren Mitteln zu hintertreiben. Unverschämter geht es tatsächlich nicht mehr. (Johannes Dieterich)

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