Jemen

Ihr Tod und unsere Waffen

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Die Saudis greifen im Jemen einen Schulbus an - was folgt, ist routinierte Empörung. Dabei könnte der Westen einiges tun, um das Morden zu beenden.

Jetzt ringen wieder alle routiniert die Hände. Washington fordert eine unabhängige Untersuchung des Raketenangriffs auf jemenitische Kinder. Deutschland mahnt die Achtung des humanitären Völkerrechts an, während London und Paris schweigen.

Dabei wissen alle genau: Dieses mörderische Treiben wird nicht enden, solange man die saudische Armee wie bisher aus vollen Händen mit Waffen versorgt. Mehr als 100.000 Luftangriffe hat Riad bereits gegen den Jemen geflogen, fast 90 Prozent der Opfer sind Zivilisten. Praktisch sämtliche Waffensysteme der Saudis aber kommen aus den USA und aus Europa, die sich das glänzende Geschäft seit Jahrzehnten teilen. Ohne US-Tankflugzeuge könnten die saudischen Jets längst nicht so häufig und so lange über dem Jemen operieren. Im militärischen Einsatzzentrum von Riad assistieren amerikanische und britische Spezialisten bei der Zielsuche für die Raketen.

Das Ergebnis, angerichtet mit vom Westen gelieferten Tötungsmaschinen, haben die Vereinten Nationen unlängst beschrieben – als das „größte humanitäre Desaster der Gegenwart“.

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