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Unsere kleinen Lernroboter

  • VonDaniel Haufler
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Gute Schüler, schlechte Schüler: Was Schule kann, was Vergleichsstudien aussagen und worauf es beim Lernen eigentlich ankommt..

Zumindest im Fach Englisch werden die Neuntklässler in Deutschland besser, vor allem im Osten. Das ergab eine Studie, die von der Kultusministerkonferenz in Auftrag gegeben worden war. Auch in Deutsch geht es ganz gut: 48 Prozent erreichen die Regelstandards im Bereich Lesen, beim Zuhören sind es 62 Prozent und bei der Rechtschreibung sogar 66 Prozent. Allerdings kritisiert die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft, dass die soziale Herkunft noch immer wesentlich für den Bildungserfolg und deshalb „ein sozial gerechtes, inklusives Schulsystem“ nötig sei.

Der Berliner „Tagesspiegel“ kritisiert: Dass „selbst gute Strukturen nicht weiterhelfen, wenn sie schlecht ausgestaltet sind, zeigt die sechsjährige Grundschule in Berlin: Anstatt mit diesem sozialdemokratischen Pfund zu wuchern, tun die Sozialdemokraten seit 20 Jahren alles, um dieses Pfund zu entwerten: durch schlecht gemachte Reformen wie die Früheinschulung, durch zu wenige Studienplätze für Grundschullehrer und durch die systematische Unterausstattung mit Fachlehrern. So konnte es passieren, dass die Berliner Neuntklässler bei der neuen Studie, abermals neben den Bremern, die bundesweit größte Risikogruppe enthalten. Hier wächst, mangels Ausbildungsfähigkeit, eine Generation Hartz IV heran – und zwar direkt unter den Augen einer Partei, die doch vor allem auf die Schwächsten achten wollte.“

Überraschend schlecht hat Baden-Württemberg abgeschnitten, wofür die Unionsparteien sofort die grün-rote Bildungspolitik der vergangenen Jahre verantwortlich machten. „Typisch Grün-Rot?“, fragt daher die „Süddeutsche Zeitung“, um selbst zu antworten: „So einfach ist es nicht. Die Reformen der ersten Regierung Kretschmann – Einführung von Gemeinschaftsschulen und Abschaffung der verbindlichen Grundschulempfehlung – können nichts zu tun haben mit den Leistungen jetziger Neuntklässler. Die Schüler, die für die Studie getestet wurden, waren von den Reformen noch nicht betroffen. Doch haben die sie begleitenden ideologischen Schlachten Unruhe in den Schulbetrieb getragen, es wurde mehr auf Strukturen statt auf Grammatik geachtet. (...) In der zweiten Regierung Kretschmann liegt die Verantwortung für die Bildung in der Hand einer CDU-Ministerin. Eine Rückabwicklung der Gemeinschaftsschule wird es nicht geben, aber zweifellos wird fortan vor allem die Leistung im Mittelpunkt stehen.“

Der „Trierische Volksfreund“ plädiert für Gelassenheit, denn „nicht jedes angeblich mittelmäßige Ergebnis ist gleich der Untergang des Abendlandes. Und eines sollte man auch nicht vergessen: Es geht um die Schüler. Sollen sie zu Lernrobotern gemacht werden, die nur noch Wissen in sich reinpauken, nur damit ein Bundesland oder Deutschland bei einem Bildungsvergleich besser dasteht?“

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