Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für FR.de. Danach lesen Sie FR.de gratis mit Werbung.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf FR.de
  • Zum Start nur 0,99€ monatlich
  • Zugang zu allen Berichten und Artikeln
  • Ihr Beitrag für unabhängigen Journalismus
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.

Unser Bildungsauftrag

  • Harry Nutt
    VonHarry Nutt
    schließen

Was Flüchtlingskinder und Abc-Schützen brauchen.

Das Ende des Sommers ist oft auch der Anlass für pädagogische Debatten. Die Rückkehr der Kinder zur Schule ist eine willkommene Gelegenheit, über die großen Fragen des staatlichen Bildungsauftrags zu reflektieren. Claudia Becker hat sich in der „Welt“ grundsätzliche Gedanken dazu gemacht. „Kinder sind heute nichts Selbstverständliches mehr. Sie sind ein ‚Projekt‘. Sie bekommen ganz viel Liebe, Bildung. Sie sind so behütet. Das ist nicht nur gut. Kinder werden überfrachtet. Am  Einschulungstag wird das besonders deutlich. Wenn Smartphones in der Schultüte landen, Hüpfburgen im Garten erstehen, Eltern und Paten den Abc-Schützen beim Luxus-Italiener zum Prinzen krönen. Das ist zu viel. Diese Flut aus Reizen, aus     Zuwendung und Erwartung schwemmt weg, was wichtig ist: die Freiheit. Nichts müssen Kinder dringender lernen, als selbstständig zu werden, angstfrei, im Vertrauen auf die eigenen Fähigkeiten durchs Leben zu gehen. Eltern lassen das immer weniger zu. “

Diesmal geht es zum Schulbeginn jedoch um eine andere praktische Frage: Was tun mit den vielen Kindern von Flüchtlingen, die an die Klassentüren klopfen? Andreas Gaertner hat sich für den NDR mit der Hamburger Situation befasst. „Natürlich machen die Sonderklassen viel Arbeit, besonders in den Stadtteilschulen, die auch noch die Inklusion stemmen müssen. Das weiß Schulsenator Rabe, er hat darum ein Versprechen abgegeben: ‚Dass wir, egal wie viele Flüchtlingsklassen wir brauchen, die entsprechenden Lehrerzahlen zusätzlich auch einstellen. Und zur Zeit haben wir, anders als in anderen Bereichen, bei der zusätzlichen Rekrutierung von Lehrerinnen und Lehrern noch keine Engpässe.‘ Denn: Uni-Absolventen oder umzugsfreudige Lehrkräfte aus ganz Deutschland bewerben sich gern in Hamburg. Das könnte tatsächlich an zwei Dingen liegen: an der Willkommenskultur hier und vielleicht auch daran, dass Hamburg so schön ist.“

Die Beschulung von Flüchtlingskindern ist aber nicht nur ein urbanes Problem. Peter Schulte-Holtey schreibt darüber im „Dieburger Anzeiger“ aus Hessen: „Es ist gut, dass in der Flüchtlingsfrage eine ganz große Koalition in unserem Land gefordert wird. Viele Bürger haben schon Zeichen gesetzt; sie sammeln Möbel und Kleider, organisieren Arbeitsmöglichkeiten für die Geflüchteten, unterstützen sie beim Sprachunterricht (...). Es gibt aber noch eine Menge mehr zu tun. Für eine wirkliche Integration ist es zum Beispiel wichtig, die Kinder und Jugendlichen an Sportvereine und kulturelle Einrichtungen heranzuführen, damit sie unter deutschsprechenden Gleichaltrigen sind. Und eine Woche vor Schulanfang wird deutlich, dass die Schulen umfangreiche Unterstützung durch das Kultusministerium in Wiesbaden benötigen. Tausende schulpflichtige Flüchtlingskinder brauchen qualifizierten Unterricht.“

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare