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2015 hat der Europäische Gerichtshof das generelle Verbot gelockert.

Blutspenden

Unnötiges Sex-Verbot

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Homosexuelle Männer sollen künftig dann ihr Blut spenden dürfen, wenn sie ein Jahr lang enthaltsam waren.

Homosexuelle Männer durften bislang kein Blut spenden. Seit den 90er Jahren galt diese Regelung, da diese Männer ein erhöhtes Risiko haben, sich mit HIV zu infizieren. In den 80ern hatten sich mehrere Bluter über Konserven mit dem Virus angesteckt. Doch schon lange ist die Wissenschaft weiter, zu Recht monierten Schwulenverbände und Opposition immer wieder dieses Ausschlussprinzip schwuler Männer. Auch der Europäische Gerichtshof (EuGH) hatte 2015 entschieden, dass das generelle Verbot in dieser Form unzulässig sei.

Daher ist es richtig und längst fällig gewesen, diese Regelung zu lockern. Die Bundesärztekammer will das Sex-Verbot auf ein Jahr beschränken. Immerhin. Aber auch dieser nun verkürzte Zeitraum ist unverständlich.

Heute kann man sechs Wochen nach dem letzten Sexualverkehr sicher ausschließen, dass jemand an HIV erkrankt ist. Ein sechswöchiges Zölibat wäre völlig ausreichend, um das Risiko einer Infektion auszuschließen. Woanders geht es auch: In Schottland und England gilt die Frist für drei Monate.

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