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Ungeliebter Helfer

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Von: Stefan Winter

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Sollte es Europa gelingen, seinen Gasverbrauch in den nächsten Monaten um 15 Prozent zu senken, wird das in erster Linie einem unliebsamen Verbündeten zu verdanken sein: der Rezession.
Sollte es Europa gelingen, seinen Gasverbrauch in den nächsten Monaten um 15 Prozent zu senken, wird das in erster Linie einem unliebsamen Verbündeten zu verdanken sein: der Rezession. © Boris Roessler/dpa

Ein drohender wirtschaftlicher Abschwung würde den Gasverbrauch womöglich dramatischer senken, als der zusammengestoppelte Maßnahmenkatalog der Europäischen Union. Der Kommentar.

Im Setzen von Zielen sind die Europäer ziemlich gut. Mit dem Erreichen hapert es manchmal ein bisschen, erinnern wir uns nur an den Euro-Stabilitätspakt. Nun haben sich die Staaten vorgenommen, den Gasverbrauch mal eben um 15 Prozent zu senken – manche mehr, manche weniger, andere gar nicht. Den größten Effekt wird wohl der Ersatz von Gas durch Öl und Kohle haben – da muss der Klimaschutz mal warten.

Die eilig zusammengestoppelten Maßnahmenkataloge sind kein sehr überzeugender Weg, um es zu erreichen. Sollte es Europa gelingen, seinen Gasverbrauch in den nächsten Monaten um 15 Prozent zu senken, wird das in erster Linie einem unliebsamen Verbündeten zu verdanken sein: Europa steht vor einem wirtschaftlichen Abschwung, die Gefahr einer Rezession zum Jahresende ist real.

Die gestiegenen Energiepreise haben daran einen erheblichen Anteil. Sie bremsen die Wirtschaftstätigkeit – und das wiederum drückt den Energiebedarf. Abgesehen davon beeinflussen sie das Verhalten von Unternehmen und Privatleuten wirksamer als jede Regierungskampagne. Bericht S. 13

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