+
Alice Weidel und Alexander Gauland. Ohne Kopf und politischen Sachverstand. 

Kommentar

Die AfD ist unfähig zur Sachpolitik

  • schließen

Die AfD ist unrettbar zerrissen zwischen West und Ost, den letzten Bürgerlichen und den immer radikaler werdenden Rechten. Ein Kommentar.

AfD-Chef Alexander Gauland ruft die Radikalen in der Partei auf, sich verbal zu mäßigen. Um an die Macht zu kommen und „unser Land wieder in Ordnung zu bringen“, könne man sich „ruhig einmal auf die Lippe beißen“. Dieser Satz auf dem „Kyffhäusertreffen“ ist hochspannend.

Erstens ruft Gauland die Höckes, Sayn-Wittgensteins und sonstigen Rechtsradikalen in der AfD nicht dazu auf, ihre Positionen zu mäßigen, nur ihre Sprache. Zu viel verbaler Radikalismus mindert die Chancen der Rechtspartei, jemals Verantwortung zu übernehmen. Dass die AfD ein anderes Deutschland will, bestätigt er damit sogar. Zweitens zeigt Gaulands Rede, wie ernst es um die chronisch zerrissene Partei steht. Der Patriarch aus Potsdam, der so gern auf das Erbe der Achtundsechziger schimpft, führte die Partei im Stile eines Anarcho-Opas. Sollten die jungen Wilden in der Partei – Gaulands Ziehsöhne Höcke und Kalbitz vorneweg – doch hetzen, streiten und kloppen. Irgendwann, so das Kalkül, wachse sich das aus. Diese Strategie ist gescheitert.

Die AfD ist unrettbar zerrissen zwischen West und Ost, den letzten Bürgerlichen und den immer radikaler werdenden Rechten, zwischen Verschwörungstheoretikern und Postenjägern. Sachpolitik, ja überhaupt: Politik, ist von ihr nicht zu erwarten.

Lesen Sie auch:

Kyffhäuser-Treffen: AfD als Graubrot oder der rechtsextreme Führerkult um Björn Höcke

AFD-Machtkampf in NRW eskaliert - Hardliner bleiben übrig

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare