Türkei

Unberechenbarer Erdogan

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Der türkische Präsident droht den USA und isoliert sich weiter in der Nato.

Nicht nur gegenüber den Europäern glaubt der türkische Staatschef Recep Tayyip Erdogan am längeren Hebel zu sitzen. Nachdem er seit Jahren die EU mit der Drohung erpresst, Europa mit Millionen Migranten zu überschwemmen, droht Erdogan jetzt auch den USA. Wenn die wegen seiner umstrittenen Rüstungsgeschäfte mit Russland Sanktionen verhängen, will er einen US- und einen Nato-Stützpunkt in Anatolien schließen. Erdogans Druckmittel sind in diesem Fall die US-Atombomben, die seit dem Kalten Krieg auf der südosttürkischen Luftwaffenbasis Incirlik lagern.

Je mehr Erdogan wegen der Wirtschaftskrise unter Druck gerät und je stärker ihm politische Rivalen zusetzen, desto unberechenbarer wird er. Und leider gibt es in der Türkei keine institutionellen Strukturen mehr, die Erdogan bremsen könnten. Das Parlament, die Opposition und die Justiz sind weitgehend machtlos, die meisten Medien gleichgeschaltet.

Für die Nato wird Erdogan zu einem problematischen Partner. Das zeigt sein aggressives Auftreten gegenüber Griechenland und Zypern. Beunruhigend ist auch sein Plan, nach dem Einmarsch in Syrien auch im libyschen Bürgerkrieg mitzumischen. Lange galt in der Nato die Ansicht, es gehe nicht ohne die Türkei. Erdogan zwingt seine Verbündeten zum Umdenken. 

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