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Eine Angehörige der uigurischen Minderheit in China versucht einen Polizisten zu packen, während einer Demonstration in Ürümqi in der Unruheregion Xinjiang in Nordwestchina. 

Menschenrechte

Unterdrückung der Uiguren in China: Appelle alleine reichen nicht

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Die Veröffentlichung der China Cables macht deutlich: All die mahnenden Worte und deutsch-chinesischen Menschenrechtsdialoge bewirken offenbar nichts. Ein Kommentar.

Die Welt weiß eigentlich schon lange Bescheid. Wie oft schon haben westliche Regierungen, die Europäische Union oder Sonderberichterstatter der Vereinten Nationen gegen die Unterdrückung der Uiguren in China protestiert. An Appellen hat es nicht gefehlt. 

Umso schockierender sind die jüngsten Enthüllungen über den kulturellen Genozid. Die Veröffentlichung der China Cables führt der Weltöffentlichkeit vor Augen: All die mahnenden Worte und deutsch-chinesischen Menschenrechtsdialoge haben offenbar nichts bewirkt. Peking hat ein perfides Lagersystem perfektioniert, in dem bis zu eine Million Menschen interniert und einer Gehirnwäsche ausgesetzt sind, die ihre Seelen zerstört. 

Uiguren: Wieder zeigen sich Regierungen, EU und Vereinte Nationen empört

Wieder zeigen sich Regierungen, EU und Vereinte Nationen empört. Sie protestieren und mahnen und fordern Peking nachdrücklich auf, endlich unabhängige Experten in die Provinz Xinjiang zu lassen. Diese könnten die Lügen des Regimes über die angeblichen „Berufsbildungszentren“ endgültig entlarven. Genau deshalb wird es dazu nicht kommen. 

Peking kann in Ruhe abwarten, bis sich der moralische Zeigefinger wieder senkt. Denn es kann es sich leisten, es hat nichts zu befürchten. Der Grund ist seine ökonomische Stärke. Der globalisierte Markt hat Abhängigkeiten geschaffen, gegen die sich viele Player, Regierungen und Unternehmen, zunehmend als machtlos erleben. 

Uiguren: Neue Handlungsoptionen kann nur erkennen, wer radikal umdenkt

Darauf mit Achselzucken zu reagieren, wäre gleichwohl völlig falsch. Denn der Schock kann heilsam sein. Kann den richtigen Impuls geben, um die Folgen der Globalisierung nicht länger schönzureden. Neue Handlungsoptionen kann nur erkennen, wer radikal umdenkt. Der Zeitpunkt dafür ist jetzt.

China selbst behauptete zuletzt, Angehörige der muslimischen Minderheit aus den sogenannten Ausbildungszentren entlassen zu haben. Die Uiguren führen ein „glückliches Leben“.

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