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Überall Kriminelle

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Der Journalist Glenny informiert über das organisierte Verbrechen.

Die Serie des britischen Senders BBC „McMafia“ hat mich ein paar Stunden meines Lebens gekostet und dann noch viele Stunden mehr, weil sie mich zur Lektüre des Buches trieb, auf dem die Serie beruht. Ich wollte wissen, was Fiktion und was Wirklichkeit ist.

Natürlich weiß ich das auch nach der Lektüre des Buches noch nicht. Schließlich kenne ich mich nicht aus mit der Russenmafia, nicht mit der japanischen Yakuza und auch nicht mit den lateinamerikanischen Rauschgiftkartellen und schon gar mit den indischen und bulgarischen Gesellschaften des organisierten Verbrechens.

Der britische Journalist Misha Glenny war in Jugoslawien dabei, wie aus einem zerbrechenden Staat nicht nur weitere Staaten, sondern auch mafiose Strukturen hervorgingen. Von nun an beobachtete er deren Ausbreitung, deren Vernetzungen untereinander und die zunehmende Verschmelzung von Schatten- und legaler Wirtschaft.

Der Zusammenbruch der Sowjetunion, des Warschauer Paktes, des Comecon, die Entfesselung der Finanzmärkte haben ebenso wie die neuen Technologien die bestehenden Verhältnisse zerstört. Neue Ordnungen sind noch nicht wieder hergestellt. In den Trümmern der alten Welt wuchern neue Methoden der Bereicherung, die uralten zum Verwechseln ähneln. Als in Japan das virtuelle Kapital in reales verwandelt werden sollte, stellte man fest, dass es kaum noch freien Boden gab. Alte Siedlungen mussten zerstört, Mieter vertrieben werden. Da half dem Finanzkapital die japanische Unterwelt. Sie erledigte die Drecksarbeit.

Deutschland spielt auf den 500 Seiten des Buches kaum eine Rolle. Aber wir sehen nach der Lektüre des Buches anders auf die Diesel-Abgas-Skandale und auch auf die von der Deutschen Bank vermittelten Cum-Ex-Geschäfte, den wohl größten Steuerraubzug der bundesrepublikanischen Geschichte.

Warum ist das kein organisiertes Verbrechen? Warum bilden die für diese Taten Verantwortlichen keine kriminelle Vereinigung?

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