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Reisewarnung für Türkei: Deutschland muss die Warnung besser begründen

  • Marina Kormbaki
    vonMarina Kormbaki
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Dass Deutschland weiter vor Reisen in die Türkei warnt, ist richtig, auch wenn es dieRegierung dort enttäuscht. Aber es darf nicht der Eindruck politischen Missbrauchs entstehen. Der Kommentar.

Noch bevor der türkische Außenminister Mevlüt Çavusoglu in den Flieger nach Berlin gestiegen war, sagten türkische Medien für seine Rückkehr „gute Nachrichten“ voraus. Doch die erhoffte Aufhebung der Reisewarnung für die Türkei blieb aus.

Die Bundesregierung blickt weiterhin skeptisch auf die offiziellen Daten zum Infektionsgeschehen in der Türkei. Außenminister Heiko Maas macht der türkischen Regierung und Türkeireisenden wenig Hoffnung.

Die voranschreitende Ausbreitung des Coronavirus in der Türkei und der oft chaotische Umgang der Regierung mit der Pandemie geben tatsächlich keinen Anlass zur Entwarnung. Überfordert und intransparent handeln aber auch Regierungen von Ländern, für die nun gelockerte Einreisebestimmungen gelten. Der Vorwurf Çavusoglus, Berlin und Brüssel würden mit zweierlei Maß messen, hat daher einige Berechtigung. Die Bundesregierung kann und sollte ihn entkräften, indem sie ihre Reisewarnung besser begründet.

Tut sie das nicht, setzt sie sich dem Vorwurf aus, die Reisewarnung als Faustpfand gegen Ankara zu missbrauchen. Ein solches Vorgehen wäre nicht nur unanständig, es wäre auch politisch unklug. Die politischen Konflikte mit der Türkei lassen sich nicht auf dem Rücken von Urlaubern lösen.

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