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Donald Trump als Joker: Vorbereitungen für einen Karnevalsumzug im französischen Nizza.

Kommentar

Trumps Prahlerei

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Der US-Präsident verärgert irakische Politiker und gefährdet die Sicherheit von US-Armee-Beratern. Der Kommentar.

Angeber machen sich manchmal schneller Feinde, als ihnen lieb sein kann - und gefährden damit manchmal andere in unverantworlichem Maß. So erging es US-Präsident Donald Trump, nachdem er prahlte, US-Streitkräfte würden von irakischen Stützpunkten aus den Iran überwachen. Der irakische Präsident Barham Saleh empörte sich pflichtgemäß. Es wirkt ein wenig naiv, weil man durchaus vermuten kann, dass Trump nicht komplett die Unwahrheit gesagt hat.

Bedrohlich an diesem Zwist ist aber nicht die Frage, ob US-Bedienstete ihr Gastrecht missbrauchen. Vielmehr liefert Trump kostenfrei und frei Haus all jenen Kräfte im Zweistromland Argumente, die gegen die „Besatzer“ aus dem fernen Land hetzen. Diese Wut könnte US-Kräfte treffen. Indirekt gefährdet Trump also die Sicherheit seiner Leute und sorgt mit seinen unbedachten Äußerungen für noch mehr Tumult in einer ohnehin unruhigen Region.

Das ficht den Narziss im Weißen Haus nicht, solange er mit seinen Sprüchen innenpolitisch punkten kann. Doch früher oder später werden sich solche Fehler rächen - auch im Kernland der Vereinigten Staaten. So war es bisher fast immer. Die Zeche zahlen aber andere. Trump wird dann womöglich nicht mehr im Amt sein. Verantwortlich ist er dennoch.  

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