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Trumps Pokertisch

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Von: Karl Doemens

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Der US-Präsident schmiedet mit den Demokraten einen Deal für den Etat - hat aber etwas anderes im Sinn. Ein Kommentar.

Die jungen Migranten brauchen sich nicht fürchten, twitterte Donald Trump. Eine erstaunliche Botschaft für einen Präsidenten, der Anfang der Woche das vorläufige Bleiberecht für 800 000 Dreamer in den USA außer Kraft gesetzt hat. Und nun: Kein Grund zur Sorge?

Formal müssen sich beide Positionen nicht widersprechen. Die drohenden Ausweisungen würden erst im März 2018 beginnen. Der Duktus legt, dass dem Präsidenten die Abschiebungen nicht mehr so wichtig sind. Die Aufhebung des Obama-Dekrets war Futter für die rechte Basis. Die Ausführung der Konsequenzen würde Trump mehr Ärger einbringen, als er erwartet hat.

So hat er sein Hobby Deal-Machen wiederentdeckt. Um eine Etatsperre zu verhindern, muss er die Demokraten bei Laune halten. Um die Finanzierung der Mauer zu Mexiko durch den Kongress zu sichern, braucht er ein Pfand – wohl das Bleiberecht der Migranten. So liegt das Schicksal von Tausenden Menschen auf Trumps Pokertisch. Nur unverbesserliche Optimisten können darin keinen Grund zur Sorge sehen.

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