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Am Washington Monument protestieren Demonstrant*innen mit einer Statue gegen Herrn Trump.

Kommentar

Trumps Kulturbruch

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Solche Machtdemonstrationen hat es bislang am US-amerikanischen Unabhängigkeitstag nie gegeben. Nie applaudierten die Amerikaner am 4. Juli irgendeiner Obrigkeit, nicht mal der eigenen. Ein Kommentar.

Panzer sollten rasseln, die Truppen sollten tanzen, alles zum Vergnügen des Herrschers. Solche ins Metallische gehenden Machtdemonstrationen hat es bislang am US-amerikanischen Unabhängigkeitstag nie gegeben. Nie applaudierten die Amerikaner am 4. Juli irgendeiner Obrigkeit, nicht mal der eigenen. Es hätte auch zur Geschichte dieses Datums nicht gepasst. Am 4. Juli 1776 wagten es die Gründer der USA, sich abzuwenden von der britischen Kolonialmacht. Ihre frech verkündete Unabhängigkeitserklärung beginnt mit der Feststellung, alle Menschen hätten das gleiche unveräußerliche Recht auf „Leben, Freiheit und das Streben nach Glück“.

Aus gutem Grund also haben die US-Bürger am 4. Juli stets auf sich selbst angestoßen – und auf die Idee der Freiheit, eine der besten Erfindungen in der Geschichte der Menschheit. Aber Trump wollte eine für ihn nützliche Mega-Show, mit sich selbst im Mittelpunkt. Mehr noch als die Fülle seiner politischen Fehlentscheidungen zeigt dieser kulturelle Fehltritt die ganze Jämmerlichkeit – und Gefährlichkeit – dieses US-Präsidenten.

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