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Donald Trump und die Medien - ein Kapitel für sich.

Trumps Kampf gegen Medien

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Heftige Kritik an der Politik des US-Präsidenten.

US-Präsident Donald Trump führt seinen „Krieg gegen die Medien“ an verschiedenen Fronten. So ließ Trump missliebige Journalisten jüngst von einem Briefing im Weißen Haus ausschließen. Verbal beschimpft er immer wieder Zeitungen und TV-Sender als „Feinde des Volkes“ oder „Feinde des Bürgers“. Außerdem hat der Milliardär und Immobilienmogul das traditionelle White House Dinner mit Journalisten abgesagt. Bislang haben US-Präsidenten jedes Frühjahr in einem Washingtoner Hotel vor der berichtenden Zunft die Gelegenheit genutzt, sich und andere Teilnehmer des politischen Betriebs ein wenig auf die Schippe zu nehmen. Lediglich Ronald Reagan fehlte einmal, weil er sich einem Attentat erholen musst. Er ließ sich aber telefonisch zuschalten. Donald Trump hingegen will daran in diesem Jahr gar nicht teilnehmen.

Für die „taz“ ist das Ganze eine absehbare Retourkutsche: „Bei allen gesellschaftlichen Fehlentwicklungen in den USA ist die Presse- und Meinungsfreiheit dort eine Erfolgsgeschichte. Nur einer hat das offensichtlich nicht verstanden: Präsident Donald Trump. In seinen Augen sollen die Medien ausschließlich das berichten, was seinem eigenen verschrobenen Weltbild entspricht: dass er auch landesweit die meisten Stimmen bekam (falsch), dass mehr Leute seine Amtseinführung besuchten als 2008 bei Obama (falsch) und dass in Schweden fürchterliche Zustände herrschen. (...) Fleißig haben Journalisten auf diese Irrtümer hingewiesen. Deswegen hat Trump nun den Konflikt eskalieren lassen.“

Auch die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ wertet die Absage als Eskalation: „Keine Frage: Donald Trump hat den Sinn der Pressefreiheit offenkundig nicht ganz verstanden. Dem Immobilienmogul, dem Widerworte unbekannt sind, scheint auch nicht ganz klar zu sein, dass ‚die Medien‘ nicht dazu da sind, den Ruhm des Präsidenten zu mehren (....) Schon jetzt kann man wohl sagen, dass die Gegensätze in den Vereinigten Staaten unter dem Agitator Donald Trump nicht kleiner werden, sondern noch größer.“

Der „Merkur“ findet: „Stur verfolgt Trump seine völlig unbegründete These, Journalisten seien ‚der Feind der Bürger‘ (...) Was der US-Präsident damit verfolgt, ist klar: Er spricht den Medien das Recht ab, unbequeme Fragen zu stellen. Das Ziel heißt: Kritiker mundtot machen.“

Die Tagesschau.de meint unmissverständlich: „Es wird höchste Zeit, dass wir uns daran gewöhnen. (...) Man kann sicher argumentieren, dass eine Regierung sehr wohl eine moralische Verpflichtung hat, auch kritische Fragen zu beantworten. Aber es gibt kein Gesetz, das gute Zusammenarbeit verlangt. Für die Journalisten bedeutet das aber auch: Wenn das dann geklärt ist, können wir uns hoffentlich wieder wichtigeren Themen zuwenden.“

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