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Demonstration der Stärke: Militärparade in Pjöngjang.

Nordkorea-Krise

Trump sollte mit Kim sprechen

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Um die Nordkorea-Krise zu entschärfen, müsste US-Präsident Trump mit Diktator Kim Jong-Un verhandeln - stattdessen geht er auf Konfrontationskurs. Bomben werfen ist eben einfacher als solide Politik. Ein Kommentar.

Machthaber Kim Jong-Un wünscht sich vor allem, international als wichtiger Politiker wahrgenommen zu werden. Im eigenen Land sind seine Worte Befehl. Dazu kommt der Kult um seine Person: Schriftsteller widmen ihm Gedichte, Schlagersänger preisen sein Genie. Doch im Rest der Welt gilt er als Lachnummer – wegen seiner Brutalität ist er ein Außenseiter.

Wirkungsvoll wären also Verhandlungen, um die Nordkorea-Krise zu entschärfen. Trump könnte einen hohen Abgesandten schicken, um Kim umzustimmen. Das hat Priorität. China befürchtet einen Krieg. Die Metropolen Seoul und Tokio liegen in Reichweite der Waffen des Diktators. Millionen von Flüchtlingen würden die Grenzen nach China und zum Süden übertreten. Die fanatisierten Soldaten des Landes würden bis zum Ende kämpfen.

Es knallt, und Trump wird gelobt

China und die USA könnten ihm stattdessen anbieten, im Amt zu bleiben und Zugang zum Welthandel gewähren. Das hebt sein Ansehen. Er darf die Atomwaffen behalten, die er besitzt, diese bleiben unter Verschluss und dürfen nicht auf Raketen installiert werden.

Stattdessen geht Trump auf Konfrontationskurs. Kein Wunder. Im Inneren gelingt ihm keines seiner angekündigten Projekte. Doch für den Oberbefehlshaber ist es leicht, Bomben abwerfen zu lassen. Dann knallt es, und Trump wird gelobt. Das ist einfacher als solide Politik.

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