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Trump bleibt Trump

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Der Ärger über den US-Präsidenten darf nicht verhindern, die richtigen politischen Schlüsse zu ziehen.

Hat irgendjemand erwartet, US-Präsident Trump werde sich ändern? Am Tag nach der Wahl erklärt er, seine Partei habe einen furiosen Sieg errungen. Erklärt seine Bereitschaft zur Zusammenarbeit mit den Demokraten, andernfalls es aber auch „kriegsähnliche“ Zustände geben könnte, wenn diese Demokraten sich nicht genehm verhielten. Und entzieht dem Chef des Hauptstadtbüros von CNN die Akkreditierung und verhindert damit dessen Anwesenheit bei Pressekonferenzen im Weißen Haus.

Nun kann man sich aufregen, dass Trump lügt, wenn er das Wahlergebnis interpretiert. Wir können uns empören, dass er für parlamentarische Auseinandersetzungen „kriegsähnliche“ Zustände androht. Wir können erschüttert sein, dass er die Arbeit der Presse und den Wert der Pressefreiheit mit Füßen tritt, indem er einen kritischen Journalisten schlicht und einfach aussperrt.

Ja, darüber sollen und müssen wir uns aufregen. Nur wundern sollten wir uns nicht. Denn so ist Trump. Uns kann gleich sein, ob aus tiefster Überzeugung oder zynischem Kalkül - beides sind gleichermaßen verwerfliche Gründe. Trump zu interpretieren jedoch ist inzwischen eine Kür, unsere Pflicht ist, über eine Weltordnung nachzudenken, die auch funktioniert, wenn der Präsident der USA ist, wie er ist. 

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