1. Startseite
  2. Meinung

Trump beugt sich dem Widerstand

Erstellt: Aktualisiert:

Von: Karl Doemens

Kommentare

Demo in Washington: Die Unterstützung für die Dreamer ist groß.
Demo in Washington: Die Unterstützung für die Dreamer ist groß. © rtr

Donald Trump will das Schutzprogramm für junge Migranten doch nicht auslaufen lassen. Offensichtlich hat er die Stimmung im Land falsch eingeschätzt - ein Kommentar.

Nur zehn Tage ist es her. Da ließ US-Präsident Donald Trump seinen rechten Justizminister Jeff Sessions das Schutzprogramm für junge Migranten aufkündigen. Nicht jeder könne in die USA kommen, erklärte der Hardliner: Ab 5. März 2018 würden die Arbeitsgenehmigungen für 800.000 Einwanderer auslaufen. Dann drohten Abschiebungen.

Nun erklärt Trump plötzlich das Gegenteil: Niemand könne ernsthaft eine Ausweisung dieser oft gut ausgebildeten Einwanderer wollen, twittert er. Angesichts des rasanten Tempos, mit dem der Oberpopulist die Positionen wechselt, ist grundsätzlich Vorsicht angebracht.

Dennoch spricht einiges dafür, dass Trump nun wirklich nach einer Möglichkeit sucht, die von ihm selbst ermöglichten Abschiebungen zu vermeiden.

Ganz offensichtlich hat er die Stimmung in der Öffentlichkeit falsch eingeschätzt. Der Widerstand gegen Massendeportationen reicht weit ins Unternehmerlager. Zudem haben die Republikaner im Kongress den Präsidenten bei anderen zentralen Vorhaben maßlos enttäuscht.

Ein offener Krieg in der Migrantenfrage würde von Trump dringend gebrauchte überparteiliche Kompromisse etwa bei der Steuerreform unmöglich machen. Überzeugungen kennt der „Dealmaker“ ohnehin nicht. Also wechselt er kurzerhand die Fronten.

Auch interessant

Kommentare