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Triumph der Mini-Trumps

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Von: Karl Doemens

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Die Republikaner im Repräsentantenhaus haben von Donald Trump gelernt. Es geht vor allem um das eigene Ich.
Die Republikaner im Repräsentantenhaus haben von Donald Trump gelernt. Es geht vor allem um das eigene Ich. © Andrew Harnik/dpa

Die extremen Rechten bei den US-Republikanern wollen einen spalterischen Kulturkampf, die Sabotage der Biden-Regierung und die Inszenierung des eigenen Ichs. Die Zeichen stehen auf knallharte Konfrontation. Der Kommentar.

Die Pose ist ihr Markenzeichen, kalter Zynismus ihr Wesenszug. Sie wettern über das „kaputte Washington“ und tun selbst alles, um das demokratische System lahmzulegen. Sie beklagen Korruptheit und Intransparenz der politischen Entscheidungen – und versteigern ihre Stimme in windigen Hinterzimmerdeals. Sie attackieren das Establishment, doch interessieren sich nur für ihr Ego.

Die extremen Rechten bei den US-Republikanern haben keine Programme oder gar Prinzipien. Ihre einzigen Ziele sind der spalterische Kulturkampf, die Sabotage der Biden-Regierung und die Inszenierung des eigenen Ichs. Sie haben von Donald Trump gelernt. Doch in 14 langen Wahlgängen haben sie überdeutlich gemacht, dass sie selbst von ihrem Meister nicht mehr zu steuern sind: Der Ex-Präsident hat ein Heer von autonomen Mini-Trumps erzeugt.

Dieser Truppe hat sich Kevin McCarthy nun ausgeliefert. So wie die Ultrarechten den Speaker erpresst haben, werden sie versuchen, das ganze Abgeordnetenhaus zu instrumentalisieren. McCarthy hat ihnen mit aberwitzigen Zusagen bereitwillig die Instrumente gegeben. So sehr Präsident Joe Biden nun demonstrativ die Hand zur Zusammenarbeit ausstreckt: In den nächsten beiden Jahren stehen die Zeichen in Washington auf knallharte Konfrontation.

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