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Der alte und garantiert auch neue Präsident in Russland: Wladimir Putin.

Wladimir Putin

Trauriges Sowjet-Revival

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Russlands atomare Aufrüstung erinnert an seine sowjetische Vergangenheit. Das ist kein Grund zum Jubeln. Ein Kommentar.

In 16 Tagen entscheiden die Russen über ihren Präsidenten. Es wird Wladimir Putin werden. Einen Wahlkampf macht er bisher kaum, das heißt bislang hat er keine großen Reden gehalten, nichts versprochen. Am Donnerstag aber, bei seiner traditionellen Rede an die beiden Kammern des Parlaments, holte Putin weit aus. Und wäre seine Rede nicht so traurig für das Land, könnte man sich drüber lustig machen. Das große Geschenk, was Putin seinen Bürgern macht, sind neue Waffen. Sie sollen westlichen Waffensystemen überlegen sein. Putin verspricht Sicherheit.

 

Traurig ist die Rede deshalb, weil sie wie ein aus der sowjetischen Vergangenheit nachhallendes Echo klingt. Niemand habe mit Russland reden wollen, niemand habe uns zuhören wollen. „Hört uns jetzt zu“, sagte Putin, nachdem er eine neue Atomrakete gepriesen hat. Aus Putins Sicht funktioniert die Diplomatie offenbar nur, wenn man genug Drohpotenzial aufgebaut hat.

 

Traurig ist Putins Rede aber auch, weil sie keinen Zweifel daran lässt, dass sich für die Bürger auf absehbare Zeit nichts ändert: keine bessere Bildung für Kinder, keine bessere Gesundheitsversorgung und keine besseren Straßen. Auch die Sowjetunion hatte starke Waffensysteme – gerettet haben sie das Imperium nicht.

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