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Anton Schlecker: Nach dem Urteil geht's ins Taxi.

Schlecker-Urteil

Tränen der Wut

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Tausende haben ihr Auskommen verloren, die Forderungen der Gläubiger sind immens. Der Unternehmer Anton-Schlecker kommt nach einem Ablasshandel billig davon. Unser Kommentar.

Anton Schlecker ist mit zwei Jahren auf Bewährung billig davongekommen. Der Unternehmer hatte angesichts der bevorstehenden Insolvenz im Januar 2012 beträchtliche Vermögenswerte an seine Kinder übertragen, um die Besitztümer vor den Gläubigern in Sicherheit zu bringen. Das Gericht hat allerdings millionenschwere Zuwendungen, die Schlecker vor Februar 2011 geleistet hatte, nicht berücksichtigt und damit der Verteidigung Glauben geschenkt: Sie hatte behauptet, dem Firmenchef sei erst im Verlauf des Jahres 2011 das bevorstehende Aus und die damit aufziehende Katastrophe bewusst geworden.

In deren Folge verloren Zigtausend Frauen ihr Auskommen, die Forderungen der Gläubiger beziffern sich auf mehr als eine Milliarde Euro. 2012 zahlten die Schleckers 10,1 Millionen Euro. Vor wenigen Wochen legte der Drogerieclan nochmals vier Millionen Euro drauf, nachdem Tochter Meike öffentlichkeitswirksam versichert hatte, da sei „nicht mehr“. Da kommen einem die Tränen. Angesichts dieses Ablasshandels allerdings vor Wut.

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