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Der Anschlag vor der Deutschen Botschaft zeigt auf drastische Weise die Gefahr, in der sich viele Afghanen befinden.

Anschlag in Kabul

Tödlicher Wahlkampf

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Ist Afghanistan ein sicheres Herkunftsland? Offensichtlich nicht. Doch das zählt wenig vor den Wahlen - ein Kommentar.

Erneut hat ein Anschlag die afghanische Hauptstadt Kabul getroffen – just an einem Tag, an dem von Frankfurt aus ein Flugzeug mit abgelehnten Asylbewerbern in Richtung Kabul starten sollte.

Innenminister Thomas de Maizière konnte nicht anders, er ließ die Sammelabschiebung aussetzen, allerdings nur für einige Tage. Bislang findet die Bundesregierung, dass Teile Afghanistans sicher genug sind und dass es auch eine inländische Fluchtperspektive gebe.

Hunderttausende sind auf der Flucht

All das hat die Realität längst widerlegt. Hunderttausende sind im Land vor den Kämpfen auf der Flucht. Aber das hat die Bundesregierung nicht dazu gebracht, ihren Kurs zu ändern. Im Gegenteil, immer mehr Menschen, die aus Afghanistan geflohen sind, erhalten in Deutschland kein Asyl.

Es ist Wahlkampf in Deutschland, die Härte ist politisch gewollt. Sie ist ein Tribut an all jene Unionsanhänger, die die Flüchtlingspolitik der Kanzlerin falsch finden und womöglich im Herbst ihr Kreuz bei der AfD machen. Der Anschlag in Kabul belegt aufs Bitterste, dass die Asylpolitik, geht es um Afghanistan, komplett gescheitert und schlicht inhuman ist. Einen Grund für eine „Neubewertung der Lage“ sieht man aber auch jetzt in Berlin nicht.

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