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Auslese

Terroristische Wallfahrt

  • Harry Nutt
    VonHarry Nutt
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Die Angst vor salafistischen Rückkehrern wächst.

Die salafistische Gefahr geht um, und die deutschen Sicherheitsbehörden sind ratlos gegenüber einer Jugendbewegung mit terroristischer Energie.

Sabine Müller Thum nennt auf tagesschau.de die Fakten. „Etwa 320 Personen sind nach Erkenntnissen der Behörden von Deutschland in den syrischen Bürgerkrieg gezogen, etwa 100 von ihnen kamen hierher zurück.“ „Was also tun?“ fragt die Korrespondentin des Hessischen Rundfunk. „Wiedereinreiseverbote aussprechen? Schwierig, sagt der Innenminister, zumal meist nicht klar sei, was diese Menschen in Syrien genau gemacht hätten. Und Ausreiseverbote? Da ist das Problem, dass der Verfassungsschutz oft gar nicht weiß, wen er überhaupt aufhalten sollte. Denn anders als im Afghanistankrieg hat man keinen festen Kreis von Verdächtigen, manche Dschihadisten radikalisieren sich innerhalb weniger Monate, die Behörden haben sie gar nicht auf dem Schirm.“

In der „Welt“ gibt sich Michael Stürmer besorgt. „Die Zeit des Wegschauens und Wunschdenkens ist vorbei, die Grenzen der Tolerierung kommen in Sicht. Die Zeit der aktiven Gegenwehr aber hat noch nicht begonnen. Viele Anschläge wurden vereitelt, andere sind geglückt. Doch je mehr die Zahl der Salafisten und ihrer Verwandten wächst, desto schwieriger wird es, sie zu überwachen.“ Das Attentat von Brüssel, bei dem ein Syrien-Rückkehrer ein Massaker im Jüdischen Museum angerichtet hat, ist als Bild des Schreckens präsent. „Das ist nicht mehr abstrakte Gefährdung, die man beiläufig zur Kenntnis nimmt, sondern aktive Bedrohung aus den höllischen Feuern des Nahen Ostens. Neue Gefahr bringen die potenziellen Täter, die von der terroristischen Wallfahrt aus Syrien und dem Irak zurückkommen. Nichts und niemand kann sie abschrecken. Wenn sie hier sind, nicht wenige mit unverdächtigem Geburtsort im Reisepass und harmloser Legende, sind sie eine wandelnde intelligente Bombe. Die Sicherheitsapparate sind überfordert, unterfinanziert und noch immer mangelhaft europäisch vernetzt. Terror zielt nicht auf jeden, sondern auf alle. Angst soll das Land regieren, vorgreifende Unterwerfung ist das Ziel. Das sozialmoralische Klima im Lande beginnt abzustürzen. “

In der „taz“ sieht Daniel Bax aber auch Probleme bei der einseitigen Wahrnehmung der Gefahren. „Der Salafismus stellt aber auch für die etablierten muslimischen Verbände in Deutschland eine Herausforderung dar. Denn mit seinen Predigern, die die Sprache der Jugend sprechen, macht er ihnen zunehmend Konkurrenz. Der Staat muss den Schulterschluss mit den etablierten Verbänden suchen und ihnen helfen, einer Radikalisierung junger Muslime vorzubeugen. Das heißt aber auch, dass er diese Verbände nicht selbst kriminalisieren darf. Die Aufgabe der Sicherheitsbehörden sollte darin bestehen, Gewalttaten zu verhindern – nicht darin, Gesinnungspolizei zu spielen.“

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