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Andre Poggenburg nimmt seinen Hut. Ende des Monats tritt er als Frakions- und Landeschef der AfD zurück.

Andre Poggenburg

Ein taktisches Opfer der Partei

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Der Rücktritt von Sachen-Anhalts AfD-Chef ist kein Bruch der Partei mit dem völkischen Flügel. Ein Kommentar

Andre Poggenburg, Landes- und Fraktionschef der Alternative für Deutschland in Sachsen-Anhalt, legt seine Ämter nieder. Das ist der Mann, der beim politischen Aschermittwoch der AfD in Deutschland lebende Türken als „Kümmelhändler“ und „Kameltreiber“ diffamiert hat und auch sonst vor kaum einer verbalen Entgleisung zurückschreckt.

Poggenburg gehört zum völkischen Flügel der AfD, er ist einer von denen, die ganz sicher nicht auf dem Boden des Grundgesetzes stehen. Dass er nun geht, ist allerdings keinerlei Einsicht zuzuschreiben, Poggenburg sieht sich vielmehr als Opfer der Medien. Man kennt dieses Muster nur allzu gut.

Es ist mit seinem Rücktritt auch nicht zu erwarten, dass die AfD nun erschrocken ihren Rechtskurs infrage stellt. Poggenburg stand auch wegen seines Führungsstils stark unter Druck. Die AfD ist in Sachsen-Anhalt gerade wegen ihres Rechtskurses  so stark, allerdings hat sie nun trotzdem Angst, dass ihr die eher bürgerlichen Wähler davonlaufen. Ein Aufstand gegen Poggenburg aber hat gewiss nicht stattgefunden, die AfD opfert ihn allenfalls aus taktischen Gründen. Dafür spricht auch, dass sein mutmaßlicher Nachfolger mindestens genauso weit rechts steht.

Die Bundespartei hat Poggenburg wegen seiner Aschermittwochsrede gerügt, doch auch das folgt einem bereits bewährten Muster. Abmahnung erteilen, Fall erledigt. Seinen Rückzug begrüßt sie nun zwar.  Parteichef Alexander Gauland aber stützt den völkischen Flügel und wird das weiter tun. 

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