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US-Präsident Trump hat sich mit dem Androhen von einen taktischen Vorteil verschafft.

Strafzölle

Taktikfuchs Trump

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Mit seiner Androhung von Strafzöllen hat Trump zwar gegen internationales Recht verstoßen - sich aber auch einen taktischen Vorteil verschafft. Ein Kommentar.

Donald Trump kann sich die Hände reiben. Mit seiner einseitigen Androhung von Strafzöllen hat der US-Präsident zwar gegen internationales Recht verstoßen. Aber er hat sich einen taktischen Vorteil verschafft: In Washington stehen hochrangige Besucher aus Europa Schlange, um den Herrn des Weißen Hauses in letzter Minute noch zu besänftigen. So gefällt es Trump, der sich für den größten Dealmaker hält.

Doch demokratische Politik funktioniert anders als windige Immobiliengeschäfte. Globale Verträge können nicht kurzerhand von zwei oder drei Partnern verändert werden. Für jede Entscheidung braucht man Mehrheiten und Kompromisse. Daran können weder Wirtschaftsminister Peter Altmaier noch EU-Handelskommissarin Cecilia Malmström etwas ändern.



Dabei hat Trump nicht mit allen seinen Klagen über den Verdrängungswettbewerb auf dem Stahlmarkt, die Handelsungleichgewichte und die unzureichenden europäischen Verteidigungsausgaben unrecht. Aber das alles sind unterschiedliche Themen, die Trump bewusst vermischt, um aberwitzige Gegenleistungen zu fordern.



Aus dem Stand können weder der deutsche Verteidigungsetat verdoppelt noch die Nachfrage nach deutschen Autos in den Vereinigten Staaten gedrosselt werden. Europa kann kaum mehr als guten Willen und Versprechen anbieten. Es ist zweifelhaft, dass Trump das reichen wird.

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