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In Idlib steht ein Anwohner vor den Trümmern seines Hauses. Eine Perspektive für den Wiederaufbau ist nicht in Sicht.

Syrienkrieg

Ende des Krieges ist nicht in Sicht

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Das Ende des „Islamischen Kalifats“ ist ein Erfolg für die kurdisch-arabische Allianz. Doch werden die Sieger einen hohen Preis zahlen. Unser Kommentar.

Ein militärischer Sieg fast ohne Gewinner - so etwas gibt es womöglich nur im Syrienkrieg. Natürlich ist das Ende des „Islamischen Kalifats“ ein Erfolg für die von den USA unterstützte kurdisch-arabische Allianz. Doch werden die Sieger wohl einen hohen Preis zahlen.

Sie müssen nicht nur die gefangen genommenen IS-Kämpfer versorgen, sondern auch deren Familien. Und die untergetauchten IS-Kämpfer werden sich ähnlich wie zuvor im Irak reorganisieren und auch die Kurden in Syrien terrorisieren. Mit weiteren Anschlägen müssen auch die westlichen Verbündeten rechnen. Denn es gibt leider keinen Plan für die Zeit nach dem Kalifat. Eine Perspektive für die Menschen, also ein Ende des Kriegs oder ein Wiederaufbau des zerstörten Landes, ist nicht in Sicht.

Und die Kurden müssen sich wohl auch noch mit dem syrischen Präsidenten Baschar al-Assad verbünden, um die angedrohte türkische Offensive gegen sie zu verhindern. So gesehen ist Assad ein Gewinner dieser Etappe.

Das könnten nur die westlichen Verbündeten der Kurden verhindern. Doch die USA wollen sich weiter zurückziehen und nur noch 200 Soldaten zum symbolischen Schutz dort lassen. Die EU-Staaten haben nur viel Lob für die Kurden. Es gibt also kaum Grund zum Feiern. 

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