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Hat sie in ihrer Doktor-Arbeit geschummelt? Bundesverteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) wäre nicht die erste.
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Hat sie in ihrer Doktor-Arbeit geschummelt? Bundesverteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) wäre nicht die erste.

Ursula von der Leyen

Streit über Plagiat-Folgen

  • Harry Nutt
    VonHarry Nutt
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Muss die Verteidigungsministerin von der Leyen wegen der gegen sie erhobenen Plagiatsvorwürfe von ihrem Amt zurücktreten? In den Medien wird darüber diskutiert.

Karl-Theodor zu Guttenberg und Annette Schavan mussten gehen. Die Fehlersuche machte auch vor anderen prominenten Akademikern nicht halt. Der neu anschwellende Skandal um die Promotionsarbeit der Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen erscheint dennoch wie ein neu aufgeladener Skandal aus einer anderen Zeit.

Carsten Heil schreibt in der „Neuen Westfälischen“: „Eigentlich geht es auf den Geist und nervt. Kaum dass ein Politiker mit Doktortitel Karriere macht, kommt ein Schlauberger daher und überprüft mittels Computersoftware, ob die Arbeit auch wirklich Promotionsanforderungen genügt. Jetzt ist Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen ins Visier der selbsternannten Kontrolleure geraten. Dabei bleibt außer Acht, dass solche Arbeiten unter den Bedingungen der jeweiligen Entstehungszeit geschrieben wurden. Würde die Doktorarbeit von Gelehrten aus dem 19. Jahrhundert mit heutigen Maßstäben geprüft – man käme auf sehr kritische Ergebnisse. Von der Leyen jedoch geht mit Fehlern ihrer Mitarbeiter sehr streng um. Dann muss sie auch an sich selbst härtere Maßstäbe anlegen lassen. Deshalb ist es absolut richtig, dass bei ihr etwas genauer hingeschaut wird.“

Martin Hofmann meint in der „Südwest Presse“: „Es wäre schon ein heftiger Schlag für die Union und Kanzlerin Angela Merkel, in vier Regierungsjahren drei Kabinettsmitglieder wegen Plagiatsvorwürfen zu verlieren. Ein Doktortitel ist ja keine notwendige Voraussetzung, um ein Ministerium zu führen. Integrität sollten die Chefs solcher Behörden aber mitbringen. Dazu gehört: Wer einmal wissenschaftlich gearbeitet hat, muss auch die Anforderungen an diese Arbeit unter Beweis stellen.“

Für die „Mittelbayerische Zeitung“ kommentiert Reinhard Zweigler: „Es geht nicht um kaputte Sturmgewehre, deren Treffsicherheit zu wünschen übrig lassen, auch nicht um aus dem Ruder gelaufene Rüstungsprojekte, wie Kampfhubschrauber oder Transporter. Womit sich Ursula von der Leyen nun erst einmal auseinandersetzen muss, das sind Zweifel an der Urheberschaft ihrer 25 Jahre alten Doktorarbeit zum Nutzen des Wannenbadens bei der Geburtsvorbereitung schwangerer Frauen.

Nun ja. Für von der Leyens Befähigung zum Ministeramt dürfte der Sachverhalt, der jetzt von der Medizinischen Hochschule Hannover aufzuklären ist, kaum von Belang sein. Auch wenn sich die Verteidigungsministerin um junge Frauen in der Bundeswehr und um Kinderbetreuung in der Kaserne besonders kümmert. Doch den Plagiatsjägern geht es um etwas anderes. Sie wollen am Lack der Ministerin kratzen, sie vielleicht sogar aus dem Amt treiben. (...) Sollten die jetzigen Vorwürfe so manifest sein, dass von der Leyen gehen müsste, wäre das allerdings auch für Angela Merkel nicht gut.“

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