1. Startseite
  2. Meinung

Die EU steht am Abgrund

Erstellt: Aktualisiert:

Kommentare

Die Lage im Osten der Ukraine ist Hauptthema. Doch aktuell wird auch über die Flüchtlingskrise in der EU diskutiert.
Die Lage im Osten der Ukraine ist Hauptthema. Doch aktuell wird auch über die Flüchtlingskrise in der EU diskutiert. © dpa

In der Ukraine ist eine Debatte über die Flüchtlingskrise entbrannt. Das Thema wird neben der Situation in der Ostukraine kontrovers diskutiert. Die Auslese.

Von Anastasiia Parshykova

Die Situation in der Ostukraine ist zwar seit langem das Hauptthema der ukrainischen Medien. Die Ukrainer diskutieren aber auch über die Flüchtlingskrise in Europa. Auf Facebook kommt es zu scharfen Kontroversen, die sich auch in den ukrainischen Medien niederschlagen.

Jetzt gebe es in der EU nicht nur eine Flüchtlingskrise, sondern auch einen Konflikt zwischen den demokratischen Werten und der Realität, schreibt die ukrainische Zeitschrift „Korrespondent“. Lange Jahre habe man in Europa gesagt, dass Menschenrechte und Demokratie sehr wichtig seien. Doch als die Situation begann, außer Kontrolle zu geraten, hätten die Länder ihre gemeinsame Position aufgegeben. Sie fingen an, über die Schaffung der Binnengrenzen und die Aufhebung des Schengen-Abkommens zu sprechen. Wenn die aktuelle Krise vorüber sei, dürfte die EU am Rande des Zusammenbruchs stehen.

„Für diese Krise gibt es zwei Lösungen. Entweder die EU sendet alle Migranten zurück in ihre Heimat, ohne die Konsequenzen zu beachten. Wir würden also die Demokratie vergessen und über das Überleben der Union sprechen und auch darüber, dass mit den Flüchtlingen radikale Terroristen durchschlüpfen können in die EU.

Oder: Wir bieten Schutz für alle, die ihn wollen. In demografischer Hinsicht ist das nicht so eine große Sache für die 500 Millionen EU-Bürger. Die Hauptsache ist, eine gemeinsame Haltung in der aktuellen Lage zu entwickeln, damit die Länder sich auf eine Annäherung einigen und nicht versuchen, das Problem selbst zu lösen.“

„Novoye Vremya“ schreibt auch über die Flüchtlingssituation in Deutschland. Die Zeitschrift findet, dass die deutsche Haltung zu den Flüchtlingen recht unterschiedlich sei: „In den Ländern, in denen nicht zu viele Flüchtlinge sind, organisieren die Deutschen kostenlose Deutschkurse, helfen mit Dokumenten und Übersetzung, sammeln Geld und Sachspenden, bringen Flüchtlinge sogar in ihren eigenen Häusern unter. Andererseits verstärken in Bayern und Sachsen die Rechten eine fremdenfeindliche Stimmung. Die Flüchtlinge sind oft das Ziel von den Angriffen.“

Ukrainische Medien ziehen oft eine Parallele zwischen den ukrainischen und den syrischen Flüchtlingen; sie wissen, was Krieg bedeutet. Ein Autor schreibt auf der populären ukrainischen Webseite „Ukrayinska Pravda“, dass die Flüchtlinge sehr verschieden seien, deswegen könne man nicht über alle gleich sprechen. „Ich war nicht in Budapest und kann nicht beurteilen, was dort geschieht. Aber ich hörte viele Geschichten über die schmutzigen Flüchtlinge aus der Ostukraine. Und ich besuchte später viele Siedlungen der Flüchtlinge. Und vor allem sah ich sehr gute und aufrichtige Menschen, die angesichts ihrer Lage stark leiden“.

Auch interessant

Kommentare