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Stärker und gefährdeter

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Von: Kristina Dunz

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Nato-Verteidigungsministertreffen in Brüssel
Die Nato hat sich für eine Aufstockung ihrer Truppen im Osten entschieden. Hier ein Treffen der Nato-Verteidigungsminister Mitte Juni in Brüssel. © Olivier Matthys/dpa

Putins brutaler Überfall auf die Ukraine hat die Nato geeint und erstarken lassen, was schwer auszuhalten ist, weil die Gründe dafür Tod und Verderben sind. Ein Kommentar.

Die von Frankreichs Staatspräsident Emmanuel Macron vor geraumer Zeit als hirntot beschriebene Nato ist wieder am Leben. Nur ist es schwer auszuhalten, dass die Gründe dafür Tod und Verderben sind.

Putins brutaler Überfall auf sein Nachbarland hat das transatlantische Bündnis womöglich vor dem Zerfall gerettet. Nun wird es größer und stärker als je zuvor. Und es überwindet sogar überraschend schnell interne Konflikte wie die türkische Blockade zum Aufnahmeverfahren für Finnland und Schweden. Das alles ist das Letzte, was Putin erreichen wollte. Zum Eintrag in die Geschichtsbücher als Kriegsherr wird seine komplette strategische Fehleinschätzung der Situation gehören. Er bedroht damit aber nicht nur sein Land, sondern die ganze Welt. Sei es durch militärische Gewalt oder Hunger als Waffe.

Denn die Nato macht mit ihrem neuen strategischen Konzept und ihrer Abkehr von jeglicher Partnerschaft mit Putin deutlich, wie groß sie die Gefahr einer Eskalation des Krieges in der Ukraine einschätzt. Sie schließt nicht aus, dass auch russische Raketen auf dem Territorium östlicher Nato-Mitglieder einschlagen könnten. Dafür wappnet sie sich. Und das müssen die Bevölkerungen in den Mitgliedstaaten wissen. Es ist kein neuer Kalter Krieg. Es ist schlimmer. Bericht S. 4

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