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Stärken statt verunglimpfen

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Von: Ruth Herberg

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Kreuzungen zu besetzen hat nichts mit Anschlägen zu tun.
Kreuzungen zu besetzen hat nichts mit Anschlägen zu tun. Hier halten Klima-Aktivisten von Extinction Rebellion im April dieses Jahres in Hamburg den Verkehr auf. © Jonas Walzberg/dpa

Wer Menschen, die für mehr Klimaschutz kämpfen, mit Terroristen vergleicht, hilft der Diskussion über die drängendsten Probleme unserer Zeit nicht.

Wie radikal darf, wie radikal muss die Klimabewegung sein? Darüber lässt sich streiten. Manch einer schießt bei seiner Kritik jedoch übers Ziel hinaus. Neuestes Beispiel ist eine Einschätzung des Politologen und Terrorismusexperten Alexander Straßner gegenüber der „Neuen Osnabrücker Zeitung“: Jüngste Blockaden von Straßen und Kohlekraftwerken erinnerten ihn „frappierend an die ersten RAF-Mitglieder, die in die Illegalität gegangen sind“. Und: Die Bewegung trage in Teilen Züge einer Sekte und erhebe einen absoluten Wahrheitsanspruch.

Ganz davon abgesehen, dass das Besetzen von Kreuzungen und Kraftwerken nichts, aber auch gar nichts gemeinsam hat mit Anschlägen oder Attacken – bei denen Verletzungen oder sogar Todesfälle Unbeteiligter in Kauf genommen werden –, sind solche Vergleiche gefährlich: Indem sie die Glaubwürdigkeit und Ernsthaftigkeit der Aktivist:innen anzweifeln, spielen sie Klimaleugnern und anderen Gegnerinnen von „Ende Gelände“ oder „Extinction Rebellion“ in die Hände.

Dabei ist genau das Gegenteil notwendig; die Klimabewegung braucht jede Unterstützung, die sie bekommen kann. Oder wie UN-Generalsekretär António Guterres sagte: Die Radikalen sind nicht die Aktivist:innen, sondern diejenigen, die weiter auf fossile Brennstoffe setzen.

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