CO2

Spurengas, Klima und Biergarten

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Mit einem gezinkten Würfel lässt sich erklären, warum Klimaskeptiker gewarnt sein sollten.

Es ist ein wundersames Gas, das Kohlendioxid, kurz und formelhaft CO2 genannt. Mengenmäßig spielt es so gut wie keine Rolle in der Luft um uns herum, denn die besteht zu über 99,9 Prozent aus Stickstoff, Sauerstoff und Argon. Den mickrigen Rest von weniger als 0,1 Prozent stellen die Spurengase, und das Kohlendioxid ist daran nur mit 0,04 Prozent beteiligt.

Aber dieser minimale Anteil des CO2 an der Atmosphäre ermöglicht unser Leben. Ohne Kohlendioxid gäbe es kein Pflanzenleben. Die grünen Gewächse machen daraus mit Hilfe von Sonnenlicht Zucker. Mit einem Schuss Wasser dazu entsteht bei diesem Prozess der Fotosynthese auch Sauerstoff, von dem jeder weiß, dass wir ohne ihn nicht existieren könnten. Ohne CO2 und Pflanzen also auch kein tierisches Leben. Nur wird CO2 inzwischen als ein Haupttreiber des Klimawandels in der öffentlichen Debatte nicht gerade positiv bewertet.

Der schwedische Forscher und spätere Nobelpreisträger Svante Arrhenius erkannte schon 1896 die Bedeutung des CO2 – er sprach noch von Kohlensäure – für die Temperaturen am Boden. Er kam ganz ohne Computermodelle zu dem Schluss, dass eine Zunahme dieses Spurengases die Erde wärmer machen würde, bei Abnahme würde sie abkühlen.

Zwar stimmen die von ihm ermittelten Werte aus heutiger Sicht nicht exakt, aber das Prinzip hatte er ganz richtig erkannt. Was er freilich nicht voraussah, waren die schädlichen Folgen der Zunahme von CO2 für die Erde. Er ahnte nichts von abschmelzenden Gletschern und von einem immer instabiler werdenden Eispanzer in der Antarktis, sondern er sah vor allem Vorteile höherer Temperaturen für das Pflanzenwachstum. Der Anstieg des Meeresspiegels beträgt seit jener Zeit jedoch beängstigende 20 Zentimeter und die CO2-Konzentration war in den letzten 800 000 Jahren nie so hoch wie heute.

Es stimmt schon, dass einzelne Temperaturextreme, ungewöhnliche Wetterkapriolen, Dürren und Starkregenereignisse nicht immer eindeutig dem Klimawandel zugeordnet werden können. Für Klimaskeptiker, die das so gern als Gegenbeweis zum menschengemachten Klimawandel anführen, hat der renommierte Klimaforscher Mojib Latif ein anschauliches Beispiel parat.

Ein auf die 6 gezinkter Würfel wird diese Zahl ungewöhnlich oft hervorbringen. Kein Wurf einer Sechs kann jedoch konkret der Tatsache zugewiesen werden, dass der Würfel gezinkt ist, denn auch ohne Tricks würden ja Sechser gewürfelt werden. Es ist aber völlig irrelevant, welcher Wurf auf die Manipulation zurück zu führen ist und welcher nicht. Allein entscheidend ist, dass die Zahl 6 signifikant häufiger erscheint. So ist das auch mit den Phänomenen des Klimawandels.

Gleich auf mehrfache Weise präsent ist das CO2 derzeit besonders in den Biergärten und zeigt hier vor allem seine angenehmen Seiten. Es sorgt für hochsommerliche, Durst machende Temperaturen und perlt in Form von Kohlensäure so herrlich erfrischend durch das kühle Bier.

Dabei können Stammtischler trefflich darüber sinnieren, dass der Alkoholgehalt in alkoholfreiem (!!) Bier mit bis zu 0,5 Prozent zehnmal höher ist als der Anteil von CO2 an der Atmosphäre. So wenig Alkohol spüren wir gar nicht. Wer daran zweifelt, kann ja mehr Bier trinken, um es herauszufinden. Wer aber noch immer am von CO2 verursachten Klimawandel und dessen gefährlichen Folgen zweifelt, den dürfen wir getrost im Delirium wähnen.

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