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Die SPD hat den Nationalsozialismus überdauert, zwei Weltkriege und die deutsche Teilung.

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In der Krise, aber nicht tot

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Die SPD darf nicht den Fehler der französischen Sozialisten machen und im internen Machtkampf versinken. Unser Kommentar.

Die SPD gibt es seit 156 Jahren, sie hat den Nationalsozialismus überdauert, zwei Weltkriege, die deutsche Teilung. Jetzt aber ist das Undenkbare denkbar geworden – dass die SPD verschwinden könnte. Bei gerade einmal elf Prozent sieht eine Umfrage die frühere Volkspartei. Im Bund rangiert sie auf Platz vier, und es ist nicht gesagt, dass die FDP oder gar die Linkspartei die Genossen nicht noch überholen werden.

Allerdings: Die SPD ist in einer schweren Krise, aber tot ist sie noch nicht. Sie hat Landesverbände, die funktionieren, sie stellt sieben der 16 deutschen Ministerpräsidenten und sie ist mit 430 000 Mitgliedern die größte Partei Europas. Das alles kann sich ändern, aber noch ist es da. Und solange es da ist, kann etwas daraus erwachsen.

Für die SPD bedeutet das, jetzt nicht den Fehler der französischen Sozialisten zu machen und im internen Machtkampf zu versinken. Stattdessen gilt es, beieinander zu bleiben.

Die Idee, die neue Parteiführung in einem transparenten Prozess durch die Basis bestimmen zu lassen, ist richtig. Wenn diese Spitze zu dem Schluss kommt, die große Koalition verlassen zu müssen, um die Partei zu retten, muss sie diesen Schritt gehen. Für das Land wäre eine vorgezogene Neuwahl weit weniger dramatisch als das Ende der SPD.

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