Homosexuelle

Spahns Doppelsignal

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Es ist richtig, wenn der Gesundheitsminister gegen gegen sogenannte Konversionstherapien vorgeht. Unser Kommentar.

Homosexualität ist keine Krankheit“, betont Jens Spahn. Es sagt einiges aus über den öffentlichen Umgang mit Schwulen und Lesben in diesem Land, wenn der Bundesgesundheitsminister eine solche Selbstverständlichkeit aussprechen muss. Dass er damit ein baldiges Verbot sogenannter Konversionstherapien zur „Umpolung“ Homosexueller in Aussicht stellt, ist ein in doppelter Hinsicht wichtiges Signal. Ein Signal, das zusätzliche Wucht dadurch bekommt, dass der CDU-Politiker es am 25. Jahrestag der Abschaffung des Paragrafen 175 aussendet. Es ist noch nicht lange her, dass das deutsche Recht Schwule kriminalisierte, statt diejenigen zu verfolgen, die ihnen Gewalt antun.

Die Botschaft geht an Betroffene, die auf die gesellschaftliche Ächtung ihrer vermeintlichen „Andersartigkeit“ reagieren, indem sie den Heilsversprechen selbst ernannter Therapeuten folgen – mit oftmals fatalen Folgen für ihre Gesundheit. Noch wichtiger ist, dass die Bundesregierung klare Kante gegen all jene zeigt, die mit der Pathologisierung und Verächtlichmachung sexueller Minderheiten kontinuierlich am Recht auf Selbstbestimmung kratzen. Und einem konservativen Rollback das Wort reden, der sich Geschlechternormen der 50er Jahre zurückwünscht. Eine Zeit, in der der §175 noch galt.

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